{"id":761,"date":"2016-07-13T13:12:07","date_gmt":"2016-07-13T13:12:07","guid":{"rendered":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=761"},"modified":"2016-07-13T13:12:07","modified_gmt":"2016-07-13T13:12:07","slug":"castor-behaelter-werden-in-solingen-galvanisiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=761","title":{"rendered":"Castor-Beh\u00e4lter werden in Solingen galvanisiert"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Das schon seit einiger Zeit als Ger\u00fccht umlief, entpuppte sich jetzt als Realit\u00e4t: In der Klingenstadt werden die Castor Beh\u00e4lter galvanisiert!<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Am 7. Mai hat die franz\u00f6sische Regierung den Castor-Schienen-Transport von und nach La Hague, dem Standort der von deutschen Kernkraftbetreibern mitgenutzten atomaren Wiederaufbereitungsanlage, erstmal gestoppt. Waggons und Transportbeh\u00e4lter sollen mit Kobalt 60 verstrahlt sein. Umwelt-, und Atomministerin Angela Merkel wurde von franz\u00f6sischer Seite \u00fcber die jetzt erst festgestellte radioaktive Verstrahlung bei den Atom-Transporten u.a. auch aus deutschen Atomkraftwerken informiert und hat im Namen der Bundesregierung erkl\u00e4rt, da\u00df sie keine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Verstrahlung habe. Auf deutscher Seite hat man es offenbar nicht f\u00fcr n\u00f6tig gehalten, entsprechende Kontrollen und Messungen, wie in Frankreich geschehen, durchzuf\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">In England wurde ein Transportverbot f\u00fcr bisher benutzte Beh\u00e4ltertypen (NTL 11) erlassen. Am 20. Mai meldete das nieders\u00e4chsische Umweltministerium, da\u00df in der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield bei aus Deutschland stammenden Atomm\u00fcll-Beh\u00e4ltern gleichfalls eine Verstrahlung von zehn bis zwanzig Becquerel je Quadratzentimeter gemessen wurde. Zul\u00e4ssig sind vier Becquerel pro cm2.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die tacheles-Redaktion wollte angesichts dieser bedrohlichen Entwicklung von besagter Solinger Firma wissen, welche Sicherheitsgarantien sie f\u00fcr ihre Castor-Technik geben kann. Die erste telefonische Stellungnahme eines Mitgliedes der Gesch\u00e4ftsleitung jedoch gab au\u00dfer Drohungen (\u201cDar\u00fcber wollen wir aber keinen Artikel in der Zeitung haben. Das d\u00fcrfen Sie nicht. &#8230; Wer gibt Ihnen das Recht, dar\u00fcber zu schreiben?\u201d) nicht viel her. Danach kam es jedoch doch noch &#8211; insbesondere als von unserer Seite versichert wurde, da\u00df wir den Sicherheitsbed\u00fcrfnissen der Firma Rechnung tragen werden &#8211; zu einem \u00fcberraschend sachlichen Gespr\u00e4ch mit dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus W.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Der expandierende Betrieb besch\u00e4ftigt zur Zeit achtzig Mitarbeiter und verf\u00fcgt \u00fcber eine weltweite Patentierung seiner Galvanisierungs-Technik. Bei 16 Millionen Mark Jahresumsatz sind die Hauptkunden die Gesellschaft f\u00fcr Nuklearservice in Essen und die Gesellschaft f\u00fcr Nuklearbeh\u00e4lterbau in M\u00fchlheim, auf die vor einiger Zeit ein Brandanschlag ver\u00fcbt wurde. Der Solinger Zuliefererbetrieb f\u00fcr die Castor-Produzenten galvanisiert ausschlie\u00dflich neuwertige Teile entweder f\u00fcr die zur Zwischenlagerung (ca. 40 Jahre) oder zum Transport vorgesehenen Castor-Beh\u00e4lter. Ob diese sowohl als auch f\u00fcr Transport und Zwischenlagerung verwendet werden, dar\u00fcber konnte (oder wollte) Klaus W. keine Auskunft geben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Dar\u00fcber, da\u00df selbst bei sofortiger Abschaltung aller Atomkraftwerke, das Problem der Entsorgung des Atomm\u00fclls uns noch Jahrzehnte besch\u00e4ftigen w\u00fcrde und daf\u00fcr m\u00f6glichst sichere technische L\u00f6sungen genutzt bzw. entwickelt werden sollten, waren sich alle am Gespr\u00e4ch Beteiligten einig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die Castor-Technik sei nach Meinung des Technikers Klaus W. zur Zeit zwar die teuerste, aber eben auch die beste L\u00f6sung. Nicht umsonst h\u00e4tten sich selbst die Amerikaner f\u00fcr Castor-Beh\u00e4lter entschieden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer geht davon aus, da\u00df die nachgewiesene Verstrahlung an der Au\u00dfenfl\u00e4che der Beh\u00e4lter und am Boden der Waggons der Castor-Transporte nicht aus dem Inneren der \u201cF\u00e4sser\u201d kommen kann. Diese Theorie wird u.a. auch von Professor Elmar Schlich, der in den 80er Jahren selbst an der Entwicklung von \u201cCastoren\u201d mitarbeitete und heute Anti-Atom-Gruppen als Gutachter ber\u00e4t, gest\u00fctzt. Schlich h\u00e4lt \u201cSchlamperei\u201d bei der Reinigung und der Freimessung der Beh\u00e4lter durchaus f\u00fcr m\u00f6glich. Die Frankfurter Rundschau vermutet, da\u00df die Atombeh\u00e4lter durch die mehrj\u00e4hrige Lagerung in belastetem Wasser in den internen Becken der AKW\u00b4s verseucht wurden. Nach der Unterwasserbeladung wurden jetzt n\u00e4mlich \u00dcberschreitungen des Becquerel-Grenzwertes um mehr als das 3000fache gemessen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Im \u00dcbrigen versicherte Klaus W., da\u00df seine Firma keinerlei Forschungs- und Entwicklungszusch\u00fcsse aus \u00f6ffentlichen Geldern in Anspruch genommen habe. Auf die Baut\u00e4tigkeit der Firma des Volksverhetzers und Auschwitzleugners Kissel f\u00fcr seine Firma angesprochen, legt er Wert auf die Feststellung, da\u00df er einen Baubetrieb aus dem Ruhrgebiet beauftragt habe, der &#8211; ohne sein Wissen &#8211; Kissel als Subunternehmer engagiert habe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Frank Knoche<\/span><\/p>\n<h1><b><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Kommentar<\/span><\/b><\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Wie sicher die zum Transport bzw. zur Zwischenlagerung von Atomm\u00fcll benutzten Castorbeh\u00e4lter sind, kann ich nicht beurteilen. Fest steht nur, da\u00df die Atomindustrie und die jeweiligen Regierungen uns bez\u00fcglich der Sicherheit immer wieder belogen haben. Es mag gewisse technische L\u00f6sungen f\u00fcr die Zwischenlagerung geben, und die brauchen wir auch, weil die \u201cSuppe\u201d, welche uns die AKW-Bef\u00fcrworter eingebrockt haben, real existiert und \u201causgel\u00f6ffelt\u201d werden mu\u00df. Wer angesichts der ungel\u00f6sten und wahrscheinlich unl\u00f6sbaren Endlagerungsprobleme nicht den\u00a0 schnellstm\u00f6glichen Ausstieg aus der Atomenergienutzung fordert, handelt f\u00fcr mich unverantwortlich. Und da hilft es mir wenig, wenn darauf verwiesen wird, da\u00df Amerikaner und Russen f\u00fcr die Endlagerung ihres Atomm\u00fclls in der S\u00fcdsee, die ausgereifteste und sicherste Technik der Welt, die deutschen Castor-Beh\u00e4lter nutzen wollen. Ob es 30 000 oder 200 000 Jahre dauert, bis abgebrannte Brennelemente ihre Radioaktivit\u00e4t soweit verloren haben, da\u00df sie keine unmittelbare Gefahr mehr darstellen, mir kann keiner erz\u00e4hlen, da\u00df es f\u00fcr diesen Zeitraum eine technische L\u00f6sung gibt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Deshalb gibt es nur eins: Abschalten! Und das so schnell wie m\u00f6glich. Mit Sicherheit gibt das Probleme f\u00fcr unsere Energieversorgung, aber rechtfertigt das den Weg in die globale Katastrophe?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Frank Knoche<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das schon seit einiger Zeit als Ger\u00fccht umlief, entpuppte sich jetzt als Realit\u00e4t: In der Klingenstadt werden die Castor Beh\u00e4lter galvanisiert!<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[220],"tags":[221,81,29,95,5],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/761"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=761"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/761\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":762,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/761\/revisions\/762"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=761"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=761"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=761"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}