{"id":606,"date":"2016-06-27T14:08:54","date_gmt":"2016-06-27T14:08:54","guid":{"rendered":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=606"},"modified":"2016-06-27T14:08:54","modified_gmt":"2016-06-27T14:08:54","slug":"sos-rassismus-fragte-gnade-fuer-den-auschwitz-kriegsverbrecher-weise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=606","title":{"rendered":"SOS Rassismus fragte: Gnade f\u00fcr den Auschwitz-Kriegsverbrecher Weise?"},"content":{"rendered":"<h1>Gnadengesuchsteller entlarvt sich als brauner Propagandist<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Das Anliegen, anl\u00e4\u00dflich des Jahrestages der Reichspogromnacht vom 9. November \u00fcber den Fall des wegen f\u00fcnf nachgewiesener Morde im KZ Auschwitz, rechtskr\u00e4ftig zu lebensl\u00e4nglich Verurteilten Kissel-Sch\u00fctzling Weise kontrovers zu diskutieren, best\u00e4tigte eine alte Erfahrung: Mit verbohrten Nazis ist jede inhaltliche Auseinandersetzung kontraproduktiv!<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Trotz alledem war diese Veranstaltung wichtig. Denn jeder demokratisch gesinnte Teilnehmer an diesem Lehrst\u00fcck m\u00fc\u00dfte begriffen haben, da\u00df der Scho\u00df, welcher die gr\u00f6\u00dften Verbrecher der bisherigen Menschheitsgeschichte gebar, nicht nur immer noch fruchtbar ist, sondern \u00fcber den Kohl-Kinkelschen-Zeitgeist &#8211; wonach sich das vereinte, wiedererstarkte Deutschland als global Player in die Weltpolitik zur\u00fcckmeldet, einen qualitativ neuen Sponsoren-Schub erh\u00e4lt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Wie sonst lie\u00dfe es sich erkl\u00e4ren, da\u00df unverbesserliche Auschwitzleugner sich erdreisten, in einer derart primitiven Form ihre menschenverachtenden Ha\u00dftiraden zu plazieren. Die Unbelehrbaren wittern &#8211; wahrscheinlich nicht ohne Grund &#8211; Morgenluft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Da traut sich der Menschenfreund Karl Dimmig aus Neuss, seines Zeichens Bundesverdienstkreuztr\u00e4ger und Gnadenge-suchsteller f\u00fcr den unschuldigen, ehrenwerten, ach so kranken, als Nachbarn im Stadtteil Meigen, unbescholtenen Herrn Weise &#8211; der stetig bem\u00fcht ist, vom Ertrinken bedrote Insekten aus seinem Garten-Swimmingpool vor Todesqualen zu bewahren, zu behaupten, da\u00df diejenigen, die im deutschen Faschismus eine unverg\u00e4ngliche Schuld sehen w\u00fcrden, heutzutage f\u00fcr die \u00dcberfremdung unseres (arischen) deutschen Volkes verantwortlich seien. (\u201dIm Schatten dieser unverg\u00e4nglichen Schuld wird unser Volk systematisch \u00fcberfremdet.\u201d) Der Kanthersche Populismus scheint dem Kriegsverbrecher Dimmig ( \u201dIch habe Feindflieger abgeschossen und bin somit ein Kriegsverbrecher, weil ich deutsche St\u00e4dte vor der Vernichtung bewahren wollte\u201d) Kraftfutter zu geben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die \u201ddistingiert aussehenden Herren in edlem Zwirn, aber mit tiefbrauner Gesinnung\u201d (Tageblatt) im Gefolge des sauberen Herrn Dimmig lie\u00dfen es ebenfalls an Eindeutigkeit nicht fehlen. Jede Schilderung der bestialischen Verh\u00e4ltnisse in Auschwitz, wo sich der SS-Mann Weise als ein besonders sadistischer Aufseher darstellte, wurde mit Gebr\u00fcll als \u201dL\u00fcge\u201d oder zionistische Greuelpropaganda verh\u00f6hnt. Selbst als Hans Frankenthal, der Podiumsvertreter des Internationalen Auschwitzkomitees und ehemaliger H\u00e4ftling in diesem KZ, vom im j\u00fcdischen Glauben begr\u00fcndeten Verzicht auf Rache sprach, skandierte das braune Geschmei\u00df: \u201dWir lieben alle Araber!\u201d, womit wohl gemeint war, da\u00df sie von \u201dden Arabern\u201d das erwarteten, was den Nazis nicht gelang.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Unter den Augen der anwesenden Politischen Polizei, von der im \u00fcbrigen strafrechtliche Konsequenzen zu erwarten w\u00e4ren, drohten sie ihm und anderen Antifaschisten mit einer nachtr\u00e4glichen Verurteilung durch den Reichsgerichtshof. Wer sich auf demokratische Werte berief, wurde kurzum mit \u201dDemokr\u00f6te\u201d, oder anderen ver\u00e4chtlichen Ausdr\u00fccken belegt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Wer bis dahin in der Frage, \u201dGnade f\u00fcr Weise\u201d, noch keine eindeutige Position gehabt haben sollte, dem m\u00fc\u00dfte der Auftritt dieser Freunde des \u201dWilhelm Tell von Auschwitz\u201d als Entscheidungshilfe ausgereicht haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Der 78j\u00e4hrige Solinger, welcher schon nach seiner ersten Verurteilung, f\u00fcr 300 000 Mark Kaution, Haftverschonung erhielt und sich nach Ablehnung seiner Revision der Verhaftung durch Flucht in die Schweiz entzog, lebt seit einiger Zeit wieder in Freiheit, im Kreise seiner Familie. NRW-Innenminister Kniola gew\u00e4hrte ihm die Gnade der Haftverschonung aus Krankheitsgr\u00fcnden. Der gleiche Innenminister stellte j\u00fcngst im neuen Verfassungsschutzbericht erschreckt fest, da\u00df die Zahl der antisemitistischen Straftaten in NRW, im Vergleich zum Vorjahr, um f\u00fcnfzig Prozent zugenommen habe und wertete dies, im Zusammenhang mit der fl\u00e4chendeckend geplanten Kandidatur der Republikaner zur Bundestagswahl 1998 als ein Alarmzeichen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">H. O. Bones<\/span><\/p>\n<h1>Kein Dialog mit Nazis!<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Es bleibt allerdings zu fragen, ob es nicht kl\u00fcger gewesen w\u00e4re, die tiefbraune Gesinnung von Karl Dimmig rechtzeitig in Erfahrung zu bringen und ihn gar nicht erst einzuladen. Eine einst\u00fcndige Diskusssion mit Nazis zu f\u00fchren, ist ein Unding und darf sich nicht wiederholen. Ein demokratischer Dialog mit Leugnern des gr\u00f6\u00dften Verbrechens der Menschheitsgeschichte, die dieses vermutlich jederzeit wiederholen w\u00fcrden, ist unm\u00f6glich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Krabat<\/span><\/p>\n<h1>Gottfried Weise: Gentleman-Verbrecher<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Erst wird\u00a0 Gottfried Weise die Ablehnung seiner Revision noch vor der Staatsanwaltschaft zugestellt, so da\u00df er Zeit genug hatte, sich in die Schweiz abzusetzen. Dann kann die Fahndung nach dem zu lebensl\u00e4nglich Verurteilten nicht greifen, weil ihn niemand erkennungsdienstlich erfa\u00dft hat und somit weder Fingerabdr\u00fccke noch Fotos vorhanden sind. Warum diese routinem\u00e4\u00dfige Pro-zedur, der so mancher Schwarzfahrer im Wiederholungsfall unterzogen wurde, bei einem mehrfachen M\u00f6rder unterlassen wurde, bleibt ein Geheimnis. Weise w\u00fcrde heute noch am sch\u00f6nen Thuner See in der Schweiz leben und von seiner Familie &#8211; die nat\u00fcrlich nicht von der Polizei beschattet w\u00fcrde &#8211; regelm\u00e4\u00dfig besucht werden. Nur einem Zufall (falscher Krankenschein) war es zu verdanken, da\u00df er den Schweizer Beh\u00f6rden auffiel.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Obwohl in mehreren bedeutenden NS-Nachkriegsprozessen erw\u00e4hnt, wird er von der Justiz als Mitl\u00e4ufer eingestuft und erh\u00e4lt einen \u201dPersilschein\u201d. Von seiner dann doch noch erhaltenen Strafe sitzt er nur wenige Jahre ab, weil der Staat ihm wegen Krankheit und Kautionszahlungen Haftverschonung gew\u00e4hrt. Jetzt sollen der NRW-Ministerpr\u00e4sident \u00fcber ein Gnadengesuch entscheiden. Gnade f\u00fcr diesen zu keinerlei Reue f\u00e4higen Menschenschinder w\u00e4re eine Verh\u00f6hnung seiner Opfer.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">H.O. Bones<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gnadengesuchsteller entlarvt sich als brauner Propagandist Das Anliegen, anl\u00e4\u00dflich des Jahrestages der Reichspogromnacht vom 9. 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