{"id":584,"date":"2016-06-26T13:26:39","date_gmt":"2016-06-26T13:26:39","guid":{"rendered":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=584"},"modified":"2016-06-26T13:26:59","modified_gmt":"2016-06-26T13:26:59","slug":"diskothek-libelle-wurde-die-nachtkonzession-entzogen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=584","title":{"rendered":"Diskothek Libelle wurde die Nachtkonzession entzogen"},"content":{"rendered":"<h1>Schlafe mein Kindlein, schlaf fein &#8211; in der Schlafstadt Solingen<\/h1>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Einen weiteren Schritt um alle jung Gebliebenen, die auch zu fortgeschrittener Stunde noch das Tanzbein schwingen wollen, aus der Stadt zu vertreiben, unternahm wieder einmal das allseits beliebte Ordnungsamt. Der Libelle wurde im Oktober nach Anwohnerbeschwerden die Nachtkonzession f\u00fcr die Sperrstunde am Wochenende von 1 bis 5 Uhr morgens entzogen. Und das obwohl sich die Gr\u00e4frather Szene-Lokalit\u00e4t, die schon seit vielen Jahren zahlreiche BesucherInnen aus Solingen und Umgebung anzieht, eigentlich an einem optimalen Standort mit wenigen direkten AnwohnerInnen befindet.<\/span><\/p>\n<h1>\u201dL\u00e4rm\u201d au\u00dferhalb der Diskothek als Anla\u00df<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Dabei hatten die Libelle-Macher alles Menschenm\u00f6gliche unternommen, um die Situation zu verbessern, nachdem im Januar die ersten Beschwerden \u00fcber zu laute Musik eintrafen. Es wurde eine zweit\u00fcrige L\u00e4rmschleuse eingebaut, eine kleinere Anlage angeschafft und eine elektronische Begrenzungsanlage integriert, die die Musiklautst\u00e4rke automatisch heruntersteuert, falls ein DJ doch einmal die Regler zu\u00a0 weit aufdreht. Messungen\u00a0 ergaben\u00a0 nun\u00a0 einen Lautst\u00e4rkepegel\u00a0 von\u00a0 49 db, ein Wert der im gesetzlich vorgeschriebenen Toleranzbereich liegt. Doch wer nun glaubte, da\u00df alle Beteiligten zufrieden gestellt w\u00e4ren, hatte nicht mit der Pfiffigkeit einiger Solinger B\u00fcrger gerechnet. Denn anstatt die Beschwerden einzustellen, wurden kurzerhand andere \u201dL\u00e4rm\u201d-macher gefunden. So hatten die Besucher der Libelle doch glattweg die Frechheit besessen, die Diskothek mit dem Auto aufzusuchen und nicht nur bei der An- und Abfahrt L\u00e4rm zu verursachen, sondern auch noch auf der Stra\u00dfe Gespr\u00e4che zu f\u00fchren. Bei letzterem wurden bei einer Messung sage und schreibe 70 db festgestellt, folglich blieb f\u00fcr das Ordnungsamt nur eine Konsequenz \u00fcbrig: Die Libelle mu\u00df weg!<\/span><\/p>\n<h1>Bestechende Logik des Ordnungsamtes<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Da hilft auch die Tatsache wenig, da\u00df die Discothekenbetreiber ihren BesucherInnen schlecht vorschreiben k\u00f6nnen, was diese au\u00dferhalb der Lokalit\u00e4t treiben. Weitere Angebote von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Guillermo Ribes-Vicente, den Eingangsbereich zu \u00fcberdachen, um so den \u201dL\u00e4rm\u201dpegel der auf Einla\u00df wartenden G\u00e4ste zu reduzieren, scheiterten zudem am Einspruch des Besitzers des Nachbargrundst\u00fcckes &#8211; zuf\u00e4lligerweise auch der Hauptbeschwerdef\u00fchrer der AnwohnerInnen. Doch das Ordnungsamt lie\u00df sich nicht beeindrucken, die Libelle mu\u00dfte die Konzession \u201dfreiwillig\u201d zur\u00fcckgeben, um einem Rechtsstreit vorzubeugen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die Beschr\u00e4nkung der \u00d6ffnungszeiten bedeutet f\u00fcr das Nachtlokal wohl den Todessto\u00df, da sich die Jugendlichen am Wochenende nicht mit einer Abendgestaltung bis 1Uhr zufriedengeben und deshalb direkt das ohnehin viel interessantere Angebot in D\u00fcsseldorf oder K\u00f6ln nutzen. Doch dies scheint f\u00fcr unsere \u201db\u00fcrgernahen\u201d Politiker und Stadtbedienstete nur schwer nachvollziehbar zu sein. Die Besucherzahlen gingen seit der K\u00fcrzung der \u00d6ffnungszeiten von je ca. 400 freitags und samstags auf praktisch null zur\u00fcck. Der \u00fcberregional besuchte, samst\u00e4gliche kroatische Abend ist mittlerweile ganz eingeschlafen &#8211; wieder einmal ein Zeichen der so offenherzigen Solinger Gastfreundschaft gegen\u00fcber unseren ausl\u00e4ndischen Mitb\u00fcrgerInnen. Der Freitag wird vom Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer im Alleingang aufrechterhalten, um den Kontakt zu den verbliebenen Stammg\u00e4sten zu halten. Auch m\u00f6chte er ein positives Signal setzen, da er noch nicht bereit ist aufzugeben und auch weiterhin Gespr\u00e4chsbereitschaft signalisiert.<\/span><\/p>\n<h1>OB Uibel verweigert Entgegennahme gesammelter Unterschriften<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Noch steht die Libelle allerdings nicht alleine da. Eine Demo in Zusammenarbeit mit vielen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen wurde abgehalten, und 4000 Unterschriften f\u00fcr den Erhalt der Libelle gesammelt. Allerdings war es Oberb\u00fcrgermeister Uibel bis jetzt nicht wichtig genug, diese entgegenzunehmen &#8211; die potentiellen W\u00e4hlerfangaussichten erscheinen ihm in diesem Fall wohl\u00a0 nicht\u00a0 gro\u00df\u00a0 genug.\u00a0 Dabei\u00a0 m\u00fc\u00dfte\u00a0 doch allein schon der Arbeitsplatzgedanke ein gewisses Interesse wecken, sitzen die immerhin 12 Angestellten der Libelle mittlerweile auf der Stra\u00dfe, und auch das von der Libelle finanziell unterst\u00fctzte Theaterprojekt Theatron &amp; Art steht vor einer ungewissen Zukunft. Das letzte St\u00fcck \u201dCriminal Hearts\u201d erfuhr zwar einen regen Zuspruch mit 2 &#8211; 3 Vorstellungen pro Woche von Dezember bis April, doch reicht dies nicht, um eine eigene Finanzierung sicherzustellen. F\u00fcr das im Dezember startende neue St\u00fcck \u201dAlpenbl\u00fchen\u201d sind bereits Vertr\u00e4ge abgeschlossen,\u00a0 so\u00a0 da\u00df\u00a0 dieses\u00a0 Projekt\u00a0 trotz des vorhersehbaren finanziellen Verlustes\u00a0 durchgezogen werden soll.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die Perspektive in Solingen ist f\u00fcr Guillermo allerdings klar: entweder die Libelle in Gr\u00e4frath weiterbetreiben oder die Stadt verlassen. Denn ein angedachter Umzug wurde vom Ordnungsamt von vorneherein abgelehnt: Eine neue Konzession an einem anderen Ort wird nicht erteilt, so die lapidare Auskunft. So wird die Landflucht der Jugend aus Solingen systematisch weiter gef\u00f6rdert &#8211; mit all ihren bitteren Nebenwirkungen wie den immer wieder auftretenden alkoholbedingten Verkehrsopfern. W\u00e4hrend an anderer Stelle ein Konsumtempel geschaffen wird, um angeblich die Kaufkraft nach Solingen zur\u00fcckzuholen, wird sie hier systematisch und bewu\u00dft vertrieben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Vielleicht wird demn\u00e4chst auch noch den AnwohnerInnenbeschwerden gegen das Ohligser Getaway nachgegeben, und die Mitarbeiter des Ordnungsamtes k\u00f6nnen endlich ihrer Lieblingsbesch\u00e4ftigung nachgehen &#8211; schlafen, schlafen, schlafen (und das nicht nur im Dienst).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Ernie<\/span><\/p>\n<h1>Letzte Meldung: Libelle ist verkauft!<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Soeben erreichte uns die Nachricht, da\u00df die Libelle den Besitzer gewechselt hat. Da die bisherigen Libellenbetreiber nicht bereit waren ihren 10j\u00e4hrigen Mietvertrag vorzeitig zu beenden kaufte der Schneidwarenhersteller und Schn\u00e4ppchenj\u00e4ger Siegfried Lapawa, der sich stetig bem\u00fcht, der K\u00f6nig von Gr\u00e4frath zu werden, kurzerhand das gesamte Anwesen vom Beckmann-Clan. In der Libelle soll vorerst ein Cafe eingerichtet werden, ob der Standort f\u00fcr ein Nachtlokal beibehalten wird, h\u00e4ngt nun vom weiteren Verhalten des Ordnungsamtes ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Der\u00a0 bisherige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Guillermo Ribes-Vicente wird nun seine Ank\u00fcndigung wahrmachen und Solingen verlassen um au\u00dferhalb eine neue Lokali\u00e4t zu suchen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlafe mein Kindlein, schlaf fein &#8211; in der Schlafstadt Solingen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[123],"tags":[125,126,124,5],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/584"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=584"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/584\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":586,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/584\/revisions\/586"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}