{"id":541,"date":"2016-06-23T08:35:28","date_gmt":"2016-06-23T08:35:28","guid":{"rendered":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=541"},"modified":"2016-07-06T10:41:53","modified_gmt":"2016-07-06T10:41:53","slug":"mahnmale-in-der-brd-vom-umgang-mit-der-erinnerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=541","title":{"rendered":"Mahnmale in der BRD &#8211; vom Umgang mit der Erinnerung"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Das Erinnern pr\u00e4gt als ein lebenswichtiger menschlicher Akt unsere Verbindung zur Vergangenheit, und die Art und Weise, wie wir erinnern, bestimmt uns in der Gegenwart.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die Vergangenheit ist, sowohl f\u00fcr das Individuum als auch f\u00fcr die Gesellschaft, die Grundlage der Identit\u00e4tsbildung und der Zukunft. Somit hat das Erinnern eine hohe gesellschaftspolitische Bedeutung. Doch das Ged\u00e4chtnis ist, wie man aus eigener Erfahrung wei\u00df, nicht unbedingt verl\u00e4\u00dflich. Und so instabil und von Verdr\u00e4ngung und Vergessen gepr\u00e4gt das pers\u00f6nliche Ged\u00e4chtnis ist, so ver\u00e4nderlich ist auch das kollektive Ged\u00e4chtnis.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die Zeit der Nationalsozialistischen Herrschaft liegt so lange zur\u00fcck, da\u00df sich die Geschehnisse in blo\u00dfe Erinnerung, Bilder und Mythen verwandelt haben. Es gibt kaum noch\u00a0 Zeitzeugen, so da\u00df das Erinnern fast ausschlie\u00dflich von \u00f6ffentlichen Orten, wie Museen, Denkm\u00e4lern und Gedenkst\u00e4tten gepr\u00e4gt wird. Je weiter der Holocaust zeitlich in die Ferne r\u00fcckt, um so st\u00e4rker r\u00fccken seine Denkm\u00e4ler und Museen in den Vordergrund. Am Beispiel des Umgangs mit den St\u00e4tten, an denen NS-Verbrechen begangen wurden und an denen der Opfer gedacht wird, wird deutlich, wie sich die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte und der Umgang mit dem Erinnern an diese Zeit entwickelt hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die ersten Denkmale wurden in den westlichen Besatzungszonen unmittelbar nach dem Krieg, in der Regel von den \u00fcberlebenden H\u00e4ftlingen selbst, errichtet. Solche Mahnmalsbauten wurden in den Jahren bis 1947 erschaffen, als das gesellschaftliche Klima noch bestimmt wurde von den gro\u00dfen Kriegsverbrecherprozessen, der Entnazifizierung und literarischen Erinnerungsberichten an die NS-Haft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Viele der von \u00dcberlebenden geschaffenen Mahnmale wurden im Laufe der 50er Jahre wieder abgetragen, teilweise weil die einfachen Materialien, die nach dem Krieg zur Verf\u00fcgung standen, ohne Pflege verrotteten, teilweise weil sie bewu\u00dft zerst\u00f6rt wurden, wobei auch das Verrottenlassen einer, wenn auch eher unbewu\u00dften\u00a0 Zerst\u00f6rung gleichkommt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Zwei Beispiele daf\u00fcr befanden sich in Sandbostel und Stukenbrok. Sandbostel war ein Kriegsgefangenenlager. Im April 1945 wurde es Auffanglager f\u00fcr 8.000-10.000 H\u00e4ftlinge aus dem Konzentrationslager Neuen-gamme, von denen Tausende an Hunger und Typhus starben. Auf dem Gel\u00e4nde befindet sich eine Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte, auf der ca. 10.000 Menschen beigesetzt wurden. Stukenbrok\u00a0 ist eine Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte in der ca. 65.000 sowjetische Gefangene beigesetzt sind. Sie befindet sich neben dem Stammlager Senne, dem gr\u00f6\u00dften Kriegsgefangenenlager auf deutschem Boden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Auf diesen beiden Gel\u00e4nden errichteten sowjetische Kriegsgefangene unmittelbar nach Kriegsende jeweils einen Obelisken zum Gedenken an die Toten. Das Mahnmal in Sandbostel wurde Mitte der 50er Jahre gesprengt, und statt dessen wurde auf dem Friedhof der sowjetischen Gefangenen ein Ensemble aus drei Stelen errichtete. Ebenfalls in den 50er Jahren entfernte die Landesregierung\u00a0 eine rote Fahne aus Glaskeramik, die den Obelisken in Stukenbrok gekr\u00f6nt hatte, weil sie als sowjetisches Staatssymbol gedeutet wurde. Sie wurde dann durch ein orthodoxes Kreuz ersetzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Dieses Vorgehen ist in zweifacher Hinsicht typisch f\u00fcr diese Zeit: Zum einen findet das Gedenken nur noch auf Friedh\u00f6fen statt, ohne da\u00df eine historische Information gegeben wird, und zum anderen werden f\u00fcr das Gedenken christliche Symbole benutzt, die das spezifische Schicksal der Opfer und ihre Weltanschauung verschweigen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Zahlreiche NS-Opfer, h\u00e4ufig aus dem osteurop\u00e4ischen Ausland, wurden in den 50er Jahren von ihren Ruhest\u00e4tten in Lagern\u00e4he in zentrale Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tten umgebettet, oft unmittelbar neben Soldaten und SS-Angeh\u00f6rige. An solchen Grabst\u00e4tten finden sich nichtssagende Tafeln mit Aufschriften wie z.B. \u201dDen Toten 1933 &#8211; 1945\u201d.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Teilweise wurden die Geschehnisse auch einfach ganz ignoriert, wie z.B. in Breitenau bei Kassel, wo noch 1983 auf einer Informationstafel, die einen \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte des Klosters gab, die NS-Zeit ganz weggelassen\u00a0 wurde. Das ehemalige BenediktinerKloster diente als Konzentrationslager und wurde von der Gestapo als Arbeitserziehungs-lager genutzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">H\u00e4ufig hat man die Konzentrationslager und NS-Haftst\u00e4tten auch nach der Befreiung anderer Nutzung zugef\u00fchrt. In vielen F\u00e4llen macht die Weiternutzung deutlich, da\u00df die Haftst\u00e4tten in einer Kontinuit\u00e4t der Ausgrenzung von Menschen stehen, die h\u00e4ufig schon vor 1933 vorhanden war und nach dem Ende des 2. Weltkriegs \u00fcbergangslos fortgesetzt wurde. Auch hierf\u00fcr ist Breitenau bei Kassel ein Beispiel. In Teilen des ehemaligen Benediktinerklosters wurde im 19. Jahrhundert eine \u201dKorrektions- und Landesarmenanstalt\u201d\u00a0 eingerichtet, ein Ort der Ausgrenzung mittelloser, alter Menschen, Prostituierter und Wohnungsloser. 1933\/34 bestand dort ein fr\u00fches Konzentrationslager. Nach der Aufl\u00f6sung des Lagers im M\u00e4rz 1934 diente es wieder als \u201dArbeitsanstalt\u201d und zur Unterbringung von Bettlern, Sinti, Roma und j\u00fcdischen B\u00fcrgern. 1940 wurde es \u201dArbeitserziehungslager\u201d f\u00fcr Tausende von ausl\u00e4ndischen Zwangsarbeitern, vorwiegend aus Polen und der Sowjetunion. Nach dem Krieg hat man in denselben Geb\u00e4uden ein Heim f\u00fcr \u201dschwererziehbare\u201d M\u00e4dchen eingerichtet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Ein weiteres Beispiel f\u00fcr die fragw\u00fcrdige Weiter- oder Wiedernutzung von Konzentrationslagern und Haftst\u00e4tten ist das ehemalige Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg. Im Dezember 1938\u00a0 richtete die SS in Neuengamme ein Au\u00dfenlager des KZ Sachsenhausen ein. 1940 wurde Neuengamme eigenst\u00e4ndiges Konzentrationslager. Bis Kriegsende\u00a0 waren dort insgesamt 106.000 Menschen inhaftiert; 55.000 H\u00e4ftlinge starben dort zwischen 1938 und 1945. 1948 begann man mit dem Bau einer \u201dMusterstrafanstalt\u201d auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen H\u00e4ftlingslagers. Hierzu ein Auszug aus einem Schreiben der Hamburger Gef\u00e4ngnisbeh\u00f6rde an den Senat der Stadt Hamburg vom 21.10.1947 zwecks \u00dcberlassung des Lagergel\u00e4ndes:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">\u201dDas Konzentrationslager Neuengamme lastet wie ein Fluch auf Hamburgs Gewissen, seiner Ehre und seinem Ruf. Der Ruf der Unmenschlichkeit und grauenhaften Schreckens dieses Lagers m\u00fcssen ausgel\u00f6scht werden aus der Erinnerung an unsere Zeit. Hierzu wird jetzt Gelegenheit geboten, n\u00e4mlich hier eine vorbildliche Gefangenenanstalt aufzubauen, die den Ruf Neuengammes und damit Hamburgs wiederherstellt. Das Schandmal der Vergangenheit m\u00f6ge ausgel\u00f6scht werden und Neuengamme uns eine Verpflichtung zur Wiedergutmachung bedeuten, um aus dieser Anstalt nunmehr eine vorbildliche Anstalt der Menschheit und des modernen Strafvollzugs von Weltruf zu schaffen.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die Gef\u00e4ngnisverwaltung zog in den ehemaligen Totenblock, die Garagen der SS wurden zu Werkst\u00e4tten umfunktioniert und die einstige SS-Hauptwache diente als Gef\u00e4ngnisportal und so wurde, nur wenige Jahre nach dem Krieg, aus dem Konzentrationslager Neuengamme die \u201dVollzugsanstalt Vierlande\u201d. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des restlichen Gel\u00e4ndes verfiel und wuchs zu. Die ersten Mahnmale wurden 1953 von ehemaligen\u00a0 Gefangenen errichtet. 1965 wurde, nach jahrelangem Dr\u00e4ngen der H\u00e4ftlingsorganisationen,\u00a0 eine\u00a0 Gedenkst\u00e4tte mit einer Skulptur und einer Gedenktafel eingeweiht, wobei zun\u00e4chst bei der Zahl der Toten eine Null vergessen wurde, die nachtr\u00e4glich eingemei\u00dfelt werden mu\u00dfte. 1970 errichtete man auf dem Gel\u00e4nde eine Jugendstrafanstalt, die schon \u00e4u\u00dferlich wenig an Wiedergutmachung erinnerte. Erst 1981 erfuhr die Gedenkst\u00e4tte eine wesentliche Erweiterung durch ein Dokumentenhaus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Breitenau und Neuengamme sind nur zwei Beispiele, die aber exemplarisch sind f\u00fcr die Weiternutzung von Konzentrationslagern und f\u00fcr die erschreckende Kontinuit\u00e4t, in der diese Nutzung h\u00e4ufig steht. Sie sind Beispiele f\u00fcr den vollkommen unreflektierten und ignoranten Umgang mit der Vergangenheit. Zahlreiche andere Lager\u00a0 sind\u00a0 nach\u00a0 1945\u00a0 zun\u00e4chst als Sammelorte f\u00fcrDisplaced\u00a0 Persons oder deutsche Fl\u00fcchtlinge, vor allem aus dem Osten, genutzt worden. Oft wurde danach Gewerbe auf dem Gel\u00e4nde angesiedelt. So wurde z. B. in Neuengamme die ehemalige Ziegelei des Lagers an eine Firma vermietet, die Luxusjachten herstellte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Da\u00df seit Ende der 50er Jahre \u00fcberhaupt an einigen Orten Mahnmale oder Gedenksteine aufgestellt wurden, und hin und wieder kleine, ungen\u00fcgende Ausstellungen an die NS-Geschichte erinnerten, ist alleine auf das kontinuierliche Dr\u00e4ngen der H\u00e4ftlingsorganisationen zur\u00fcckzuf\u00fchren, die am Jahrestag ihrer Befreiung die ehemaligen KZ-Standorte besuchen. In Bergen-Belsen stellten \u00fcberlebende j\u00fcdische Gefangene kurz nach 1945 ein Mahnmal auf, daraufhin lie\u00df die britische Milit\u00e4rregierung eine Inschriftenmauer und einen Obelisken errichten, nachdem bereits im Mai 1945 s\u00e4mtliche KZ-Baracken niedergebrannt worden waren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Erst zu Beginn der 80er Jahre kam es zu ei-ner regelrechten Bewegung zur Gr\u00fcndung von Gedenkst\u00e4tten. Das war allerdings nicht die Folge eines pl\u00f6tzlich erwachten Gewissens oder eines Bewu\u00dftwerdens der Verantwortung gegen\u00fcber den Opfern und der eigenen Geschichte auf Seiten der Politik bzw. des Staates, sondern es wurde \u201dGeschichte von unten\u201d betrieben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Initiativen forschten nach Spuren der verdr\u00e4ngten Vergangenheit. B\u00fcrger engagierten sich, um \u00dcberreste von Konzentrationslagern und KZ-Au\u00dfenlagern oder Gestapo-Zentralen f\u00fcr Gedenkarbeit zu nutzen. Andere Initativen veranstalteten \u201dAlternative Stadtrundfahrten\u201d, die in der eigenen, direkten Umgebung Orte der NS-Verfolgung und -Unterdr\u00fcckung zeigten und damit die Normalit\u00e4t und Allgegenwart des Schreckens verdeutlichten.\u00a0 Es entstanden Geschichtsarbeitskreise und Work-Shops, die sich auch mit \u201dvergessenen\u201d Opfergruppen besch\u00e4ftigten. So wurde 1982 erstmals eine Inschrift f\u00fcr die ermordeten Sinti und Roma an der Gedenkmauer in Bergen-Belsen angebracht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Erstmalig nahm eine breitere \u00d6ffentlichkeit bis zu diesem Zeitpunkt verdr\u00e4ngte und \u201dvergessene\u201d Verbrechen\u00a0 und Ereignisse wahr, wie die Ermordung und Zwangssterilisation psychisch\u00a0 kranker und behinderter Menschen, die Verfolgung\u00a0 und\u00a0 Ermordung\u00a0 homosexueller Menschen, die \u00fcber das ganze Land verstreuten\u00a0 KZ-Au\u00dfenlager\u00a0 und\u00a0 das\u00a0 Schicksal\u00a0 der Millionen Zwangsarbeiter und Zwangs-arbeiterinnen und der Kriegsgefangenen.Es ist eine unbestrittene Tatsache, da\u00df Gedenkst\u00e4tten zur Erinnerung an die nationalsozialistische Verfolgung in Westdeutschland nicht durch staatliche Initiative entstanden sind, sondern durch das Engagement von Einzelpersonen oder Gruppen, von ehemaligen H\u00e4ftlingen, Organisationen ehemaliger Verfolgter, von Vereinen und B\u00fcrgerinitiativen. Der \u00dcbernahme \u00f6ffentlicher Verantwortung durch eine institutionelle F\u00f6rderung gingen oftmals langwierige und konfliktreiche Auseinandersetzungen voraus. Der Landkreis Bremerv\u00f6rde begr\u00fcndete zum Beispiel seine Nichtbeteiligung an einer Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr Hunderttausende Kriegsgefangener und KZ-H\u00e4ftlinge in Sandbostel mit dem Argument, da\u00df er keinen Krieg erkl\u00e4rt habe und f\u00fcr die Behandlung der Gefangenen nicht verantwortlich sei. \u00c4hnlich argumentierten viele Orte, die sich in Lagern\u00e4he befanden, obwohl aus diesen Orten Baustoffe und Lebensmittel in das Lager geliefert und H\u00e4ftlinge als billige Arbeitskr\u00e4fte mi\u00dfbraucht wurden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Trotz vieler Widerst\u00e4nde gibt es mittlerweile etwas mehr als sechzig Gedenkst\u00e4tten, die an Orten der NS-Verfolgung anhand einer Ausstellung an die Geschichte erinnern und mit haupt- oder ehrenamtlichen MitarbeiterInnen Besucherbetreuung und historische Forschungsarbeit erm\u00f6glichen. Die Gr\u00f6\u00dfe dieser Einrichtungen reicht dabei von der- Gedenkst\u00e4tte Buchenwald mit \u00fcber f\u00fcnfzig MitarbeiterInnen und einem Millionenetat bis hin zu kleinen Initiativen, die von ehrenamtlichen HelferInnen getragen werden. Fast allen Einrichtungen ist gemein, da\u00df ihre Ausstattung und ihre finanziellen M\u00f6glichkeiten in keinem Verh\u00e4ltnis zu den Anspr\u00fcchen stehen, die die Gesellschaft an sie stellt. Neben diesen Institutionen gibt es noch \u00fcber 1600 von der Bundesregierung offiziell anerkannte\u00a0 NS-Haftst\u00e4tten und ungez\u00e4hlte Gedenktafeln und -steine oder Mahnmale, die vor Ort an die NS-Verbrechen erinnern, ohne da\u00df dort eine inhaltliche Betreuung stattfindet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Welche Schwierigkeiten auftreten, wenn es darum geht, im Land der T\u00e4ter der Opfer zu gedenken und sich ad\u00e4quat mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen, zeigt sich deutlich bei der Diskussion um ein Mahnmal f\u00fcr die Opfer des Brandanschlags in Solingen. Heute wie vor f\u00fcnfzig Jahren scheinen nur wenige bereit zu sein, die Verantwortung, die sich aus der eigenen Geschichte ergibt zu \u00fcbernehmen und sich damit auseinanderzusetzen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Anne<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Buchtip: \u201dPolitik mit der Erinnerung\u201d von Peter Reichel; Carl Hanser Verlag<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Erinnern pr\u00e4gt als ein lebenswichtiger menschlicher Akt unsere Verbindung zur Vergangenheit, und die Art und Weise, wie wir erinnern, bestimmt uns in der Gegenwart.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[84],"tags":[107,57,31,56],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/541"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=541"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/541\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":542,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/541\/revisions\/542"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}