{"id":1566,"date":"2019-02-09T18:12:53","date_gmt":"2019-02-09T18:12:53","guid":{"rendered":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=1566"},"modified":"2019-02-09T18:12:55","modified_gmt":"2019-02-09T18:12:55","slug":"eventhallen-spuk-ueberstanden-was-kommt-nun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=1566","title":{"rendered":"Eventhallen-Spuk \u00fcberstanden \u2013 Was kommt nun?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Pl\u00e4doyer\nf\u00fcr eine Nachhaltigkeitswende im Biotopverbund Ittertal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Ende September verk\u00fcndete die Presse das Ende der Eventhalle auf dem Piepersberg. Gelegen habe es, so der Bergische Handball-Club (BHC), an den Privateigent\u00fcmern der Grundst\u00fccke, auf denen die Halle gebaut werden sollte. Die wollten einfach nicht eingehen auf diverse Ankaufangebote, die der BHC offenbar gemeinsam mit den hochverschuldeten St\u00e4dten Wuppertal und Solingen machte. Dabei standen im Haushaltsentwurf f\u00fcr 2019 doch 100.000 Euro \u201ef\u00fcr den geplanten Ankauf landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen im Rahmen des Baus der BHC-Halle. Sollten diese Fl\u00e4chen nicht \u2018im Paket\u2019 mit erworben werden, verkauft der Eigent\u00fcmer auch nicht die f\u00fcr die Halle erforderlichen Fl\u00e4chen.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wir\nreiben uns die Augen. Hie\u00df es nicht immer, dass Solingen das Projekt\n\u201eMulti-Eventhalle\u201c zwar unterst\u00fctzen, sich aber nicht in seine\nFinanzierung involvieren wolle? Hatte nicht im Ittertal-Gutachten als\nEmpfehlung gestanden, nur die im Eigentum der Wirtschaftsf\u00f6rderung\nbefindlichen Fl\u00e4chen mit Gewerbe zu bebauen? Wollte die Stadt hier\nalso klammheimlich ihre m\u00f6glichen, zu bebauenden Fl\u00e4chen\nvergr\u00f6\u00dfern? Und hatte nicht gerade erst Stadtk\u00e4mmerer Ralf Weeke\ndie Notbremse gezogen und f\u00fcr den Rest des Jahres eine\nHaushaltssperre angeordnet? Gab es nicht erst k\u00fcrzlich diverse\nSparma\u00dfnahmen zur Schuldenreduktion in Solingen, u.a. die gerade f\u00fcr\n\u00e4rmere Menschen sehr schmerzliche K\u00fcrzung des Busverkehrs? Hatte\ndie Solinger CDU nicht gerade erst gefordert, dass ein ausgeglichener\nStadthaushalt mit in die Liste der Solinger Nachhaltigkeitsziele\naufgenommen werden m\u00fcsse? Wie vertr\u00e4gt sich das mit dem Ankauf\nneuer Fl\u00e4chen?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Das\nProjekt \u00b4Arena Bergisch Land` war Ende 2013 unter Federf\u00fchrung des\nBergischen HC und unter Begleitung ausgewiesener Experten aus den\nBereichen Analyse, Architektur, Planung, Schallschutz und\nVerkehrsleitplanung aktiviert worden. Am 31. M\u00e4rz 2014 wurde eine\numfangreiche Machbarkeitsstudie \u2026 der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt\u201c<\/em>,\nerkl\u00e4rt der BHC. <em>\u201eHinsichtlich\nSchallschutz und Verkehrsplanung lagen bereits Voruntersuchungen vor\n\u2026\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nwundern uns: Ungekl\u00e4rte Eigentumsverh\u00e4ltnisse, Verkaufswille der\nGrundst\u00fcckseigent\u00fcmer nicht vorhanden, trotzdem wurden umfangreiche\nExpertisen in Auftrag gegeben? Trotzdem hat die Stadt fast f\u00fcnf\nJahre f\u00fcr dieses \u201eLeuchtturmprojekt\u201c Arbeitskraft und\nPersonalmittel ausgegeben? Und in ihrer Pressemeldung vom 28.9.18\nverspricht sie, es immer noch weiter tun zu wollen!!! \n<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/70-09-Sommerfest-BI-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1564\" srcset=\"https:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/70-09-Sommerfest-BI-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/70-09-Sommerfest-BI-300x200.jpg 300w, https:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/70-09-Sommerfest-BI-768x512.jpg 768w, https:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/70-09-Sommerfest-BI-450x300.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Immer mehr Menschen ist ein sorgsamer Umgang mit der endlichen Ressource unseres fruchtbaren Bodens wichtig.\u00a0Zum Sommerfest der \u201eB\u00fcrgerinitiative Rettet das Ittertal\u201c\u00a0im Naturfreundehaus Holzerbachtal im August kamen fast 200 Menschen, darunter auch Landwirte, Natursch\u00fctzer und Vertreter anderer B\u00fcrgerinitiativen aus der Region.    Foto: Marion Zoubek<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dies,\nobwohl eine Multi-Eventhalle so gut wie keine festen Arbeitspl\u00e4tze\nerzeugt. Dies, obwohl einer, der neu baut, also viel investiert,\ndiese Ausgaben \u00fcber Jahre hinweg abschreiben kann, von einem\nNeubau-Projekt also kurz- und mittelfristig praktisch keine\nSteuereinnahmen f\u00fcr die Stadt zu erwarten sind. Dies, obwohl diverse\nFachleute (Konzert- und Showexperten und u.A. Professorin Luise\nBielzer, Fachgebiet Eventhallen-Management siehe\n<a href=\"https:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=1145\">https:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=1145<\/a>)\ndie Kombination Handball und Multi-Eventhalle f\u00fcr ein wirtschaftlich\nkaum realisierbares Unternehmen hielten, da es schon genug\nEventhallen in den Nachbarst\u00e4dten gibt: u.a. ISS Dome und Mitsubishi\nElectric Halle in D\u00fcsseldorf, Grugahalle in Essen, Lanxess Arena in\nK\u00f6ln. Und hatte mal jemand dar\u00fcber nachgedacht, ob eine\nMulti-Eventhalle in Solingen nicht vielleicht dem Theater Konkurrenz\nmacht, das Clemens-Galerien-Problem und die sterbende Innenstadt\nwom\u00f6glich nun im Bereich der Kultur wiederholt worden w\u00e4re?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wenn\ndas alte Denken der \u201eGlobal Nachhaltigen Stadt\u201c im Wege steht <\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos\nNachhaltigkeit: Am 1.10.2018 fand mit erneut rund 160 Solinger\nB\u00fcrgern die 3. Solinger Nachhaltigkeitskonferenz statt. Unmittelbar\nvorangegangen war der einstimmige Beschluss aller im Solinger Rat\nvertretenen Politiker und Parteien, das Konzept \u201eSolingen &#8211; eine\nglobal nachhaltige Kommune in NRW\u201c anzunehmen und k\u00fcnftig\numzusetzen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Unter\nder Federf\u00fchrung der r\u00fchrigen Nachhaltigkeitsbeauftragten Ariane\nBischoff, deren T\u00e4tigkeit Oberb\u00fcrgermeister Kurzbach bei seinem\nAmtsantritt 2015 zur Chefsache erkl\u00e4rte, hatte sich Solingen als\neine von 15 Kommunen und Landkreisen in NRW auf den Weg gemacht,\nVisionen f\u00fcr das Jahr 2030 zu entwerfen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nNachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sollen so lokal\nangewendet und mit ihnen eine <em>\u201eattraktive,\nverantwortungsvolle und zukunftsf\u00e4hige Stadtentwicklung\u201c<\/em>\nvorangetrieben werden. Solingen geh\u00f6rt zu den ersten sechs der 15\nPilotprojekt-St\u00e4dte in Nordrhein-Westfalen, die dies bereits mit\nRatsbeschluss besiegelt haben. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und\nim Rahmen der St\u00e4dtepartnerschaften mit dem senegalesischen Thi\u00e8s\nund mit Jinotega in Nicaragua engagiert sich Solingen unter der\nLeitung von Sofia\nThives-Kurenbach schon\nl\u00e4nger recht erfolgreich im Wissensaustausch zum Thema \u201eNachhaltige\nInfrastruktur\u201c und ganz konkret zum Beispiel auch in der\nOrganisation von Wiederaufforstungsprojekten f\u00fcr Thi\u00e8s. Solingen\nbekam daf\u00fcr vom Bundesumweltministerium 2016 einen\nNachhaltigkeitspreis.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In\nThi\u00e8s kann man live erleben, was es hei\u00dft, wenn eine Stadt ihr Gr\u00fcn\nzerst\u00f6rt hat, wie Starkregen dann ungesch\u00fctzt die Siedlungen\n\u00fcberschwemmen, wie die Menschen unter schattenloser Hitze leiden und\nwieviel Arbeit und Geld es kostet, wieder aufzuforsten. Und nicht nur\nin Thi\u00e8s kann man das beobachten. Auch deutsche Kommunen geben\ninzwischen viel Geld daf\u00fcr aus, ihre Stadtr\u00e4nder erneut zu\nbegr\u00fcnen, die Stadtbel\u00fcftung wieder zu verbessern und\nSchwerregen-Ereignissen vorzubeugen. Sie renaturieren vormals\nbegradigte Fl\u00fcsse, pflanzen W\u00e4lder und Parks. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Solingen\nbesitzt noch viel Gr\u00fcn. Aber auch hier war der Schwund in den\nletzten Jahren besonders im Ittertal massiv. Und wenn die Pl\u00e4ne der\nStadtoberen von Haan, Solingen und Wuppertal tats\u00e4chlich wie\nangedacht umgesetzt w\u00fcrden, dann soll es an den R\u00e4ndern Solingens\nmunter so weiter gehen: Von allen drei St\u00e4dten gleichzeitig\nvorangetrieben, soll auf dem Weg von der A 46-Ausfahrt Haan-Ost ein\nGewerbegebiet am anderen entstehen bis fast zum historischen Ortskern\nGr\u00e4frath (siehe Luftbild). Auch jetzt noch, nachdem das\n\u201eLeuchtturmprojekt Bergische Multi-Eventhalle\u201c f\u00fcr den\nPiepersberg aufgegeben wurde. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Die\nStadt Solingen wird nun pr\u00fcfen, wie sie k\u00fcnftig ihre Fl\u00e4chen im\nBereich Piepersberg-West entsprechend des Ittertal-Gutachtens f\u00fcr\ngewerbliche Nutzungen entwickeln kann\u201c<\/em>,\nhie\u00df es in der st\u00e4dtischen Pressemeldung vom 28.9.18. Dies, nachdem\nder \u00f6stliche Teil des Piepersbergs inzwischen ausverkauft und in den\nletzten Jahren komplett mit Hallen bebaut wurde, das Ittertal hier\nalso schon massiv eingeengt wurde. Dies, obwohl diverse\nGewerbegebiete in Solingen brach liegen: Rasspe, Omega\/Birkenweiher,\nGrossmann, der Walder Bahnhof, die alten Kronprinz Parkfl\u00e4chen \u2026 .\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Er\nsei stolz auf die Beteiligung der B\u00fcrger, die auf den\nvorangegangenen Konferenzen an der Entwicklung des\nNachhaltigkeitskonzepts mitgewirkt haben, betonte Oberb\u00fcrgermeister\nTim Kurzbach auf der 3. Konferenz im B\u00fcrgersaal am Fronhof. Seit\nseinem Amtsantritt habe er durch seine Nachhaltigkeitsbeauftragte\neiniges dazu gelernt und Vater sei er geworden. Wenn seine S\u00f6hne ihn\nsp\u00e4ter fragten, was er pers\u00f6nlich gegen Umweltzerst\u00f6rung und\nKlimawandel getan habe, wolle er sagen k\u00f6nnen, dass man in seiner\nAmtszeit in Solingen begonnen habe, ressourcenschonend und nachhaltig\nzu handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei\ngab es ja schon eine B\u00fcrgerbeteiligung zum Thema Ittertal: die\nOnline-Plattform zu den geplanten Gewerbegebieten im Fr\u00fchjahr 2015,\ndamals noch unter Kurzbachs Vorg\u00e4nger Norbert Feith und wie das\nzweifach erstellte Ittertalgutachten mit viel Steuergeld finanziert.\nBei 20% Enthaltungen hatten sich 60% der an der online-Befragung\nTeilnehmenden gegen eine Entwicklung der geplanten vier\nGewerbegebiete F\u00fcrkeltrath, Piepersberg-West, Buschfeld und\nKeusenhof und ausdr\u00fccklich f\u00fcr den Erhalt des Ittertals als\nNaherholungsgebiet ausgesprochen. Ein deutliches Pl\u00e4doyer der\nSolinger f\u00fcr die Schonung der Ressource Natur in ihrer Stadt, schon\n2015, lang bevor der Rat der Stadt sich nun einstimmig der\nNachhaltigkeit verpflichtet hat. \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Werden\ndie Nachhaltigkeitsziele wirklich umgesetzt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei\nder 3. Nachhaltigkeitskonferenz sollten konkreter Projekte gestartet\nwerden. Im Themenfeld \u00b4Umwelt und nat\u00fcrliche Ressourcen` gab es\nzwei Workshops: der k\u00fcnftige Umgang mit klimawandelbedingten\nStarkregenereignissen und die dringend n\u00f6tige Rettung der Insekten,\ndie nicht nur in ihrer Anzahl, auch in ihrer Vielfalt rapide\nzur\u00fcckgegangen sind, mit allen Folgen, die das f\u00fcr die Vogelwelt\nund die Landwirtschaft hat. \n<\/p>\n\n\n\n<p>In\nbeiden Workshops wurden der Erhalt und sogar die Ausweitung des\nBiotopverbundes Ittertal als L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr die genannten\nProbleme diskutiert. Es gab Vorschl\u00e4ge, die Itter, die die Stadt\nD\u00fcsseldorf im M\u00fcndungsbereich bereits renaturieren l\u00e4sst, auch im\nQuellbereich, wo sie vor Jahren in R\u00f6hren unter die Erde gezwungen\nwurde, ebenfalls wieder zu renaturieren und aufzuforsten.\nAuenlandschaften und W\u00e4lder sind schlie\u00dflich problemlos in der\nLage, Starkregen aufzufangen und zu speichern. Und in\nAuenlandschaften, W\u00e4ldern und auf Streuobstwiesen finden auch\nInsekten Nahrung und Schutz. In solchen Landschaften findet auch der\nMensch Erholung und die Stadt die Attraktivit\u00e4t, die sie braucht, um\nMenschen und Firmen anziehen zu k\u00f6nnen, die den brach liegenden\nGewerbefl\u00e4chen eventuell ein neues Leben einhauchen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/70-10-Ittertal-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1565\" srcset=\"https:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/70-10-Ittertal-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/70-10-Ittertal-300x225.jpg 300w, https:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/70-10-Ittertal-768x576.jpg 768w, https:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/70-10-Ittertal-400x300.jpg 400w, https:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/70-10-Ittertal.jpg 1506w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Foto: Solingen-von-oben.de \/ Montage: B\u00fcrgerinitiative Rettet das Ittertal <br>Das Luftbild zeigt, wie das obere Ittertal bei Umsetzung aller Planungen immer st\u00e4rker zugebaut wird. Einzig die schraffierte Fl\u00e4che soll als Korridor zwischen den Gro\u00dfbiotopen Ittertal und Tal der Wupper\/Burgholz verbleiben. Die Stadt Haan hat die Backesheide an einen Investor verkauft, der dort eine LKW-Reparatur-Werkst\u00e4tte einrichten will. Bl\u00fchende Rapsfelder oder Pflanzungen von Selders, denen man beim Wachsen zuschauen konnte, werden dort bald Vergangenheit sein, weil sie grauen Hallen weichen sollen.\u00a0 Die Stadt Wuppertal will das Waldgebiet des alten Trinkwasserspeichers rund um das bergische Krematorium, das alte Postverteilzentrum und das Einkaufszentrum mit Aldi und fr\u00fcher Kaisers in ein Gewerbegebiet verwandeln und daf\u00fcr den an der Autobahn vorhandenen Waldstreifen, der sowohl Ger\u00e4usche als auch die Luft filtert, roden. Und jenseits der Autobahn soll im sogenannten \u201ePoleneck\u201c die Wohnbebauung erweitert werden.\u00a0 Und obwohl F\u00fcrkeltrath 1, das seit 2001 als Gewerbegebiet mit Stra\u00dfe, Kanal und Starkstromleitung auch f\u00fcr produzierendes Gewerbe mit viel Steuergeld vorbereitet wurde, sich bislang nur zum Teil vermarkten lie\u00df, will Solingen nun auch noch neben der Backesheide F\u00fcrkeltrath 2 entwickeln. Dies, obwohl das Gebiet extrem h\u00fcgelig ist, also nur teuer und mit gro\u00dfen Erdumschichtungen bebaubar. All dies, obwohl laut letztem bekannt gegebenen Stand  insgesamt 77 ha vorhandener Gewerbegebiete in der Stadt brach liegen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Cordula\nR\u00f6thig, die ihr gr\u00fcnes Land auf dem Piepersberg am Ende doch nicht \nf\u00fcr die Multifunktionshalle aufgeben wollte, erhielt jedenfalls f\u00fcr\nihre Entscheidung vielf\u00e4ltige Danksagungen von Gr\u00e4frather B\u00fcrgern.\nF\u00fcr den Reiterhof h\u00e4tten gleich schon neue potentielle P\u00e4chter\nangefragt. Auch Gr\u00e4fraths Bezirksb\u00fcrgermeister Udo Vogtl\u00e4nder\nzeigte sich auf der Nachhaltigkeitskonferenz erleichtert, dass\nGr\u00e4fraths Natur nun auch den Multi-Eventhallen-Spuk unbeschadet\n\u00fcberstanden hat. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\nschon diversen Spuks: Zun\u00e4chst sollte der Piepersberg M\u00fcllkippe\nwerden, dann wurde \u00fcber eine 15 m hohe, Gefahrenstoffe verarbeitende\nGalvanisierungsanlage auf F\u00fcrkeltrath 1 direkt neben Wohngebieten\nnachgedacht. Dann \u00fcber einen Hubschrauberflughafen an der\nKorkenziehertrasse direkt neben der historischen Gr\u00e4frather\nAltstadt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und\nwas am Ende dann nicht verhindert werden konnte, ist Zumutung genug:\nEin Spielcasino, ein Krematorium und ein gro\u00dfes Tiefk\u00fchllager mit\nl\u00e4rmenden LKW und K\u00fchlaggregaten Tag und Nacht. Und auf Haaner\nSeite des Ittertals: McDonald\u00b4s, Burger King und Kentucky Fried\nChicken, die mit ihren Lichtwerbungen an Masten \u00fcber das Ittertal\nhinweg bis nach Solingen Wald strahlen. Wann h\u00f6rt diese\nVerschandelung der Landschaft um das historische Gr\u00e4frath endlich\nauf? Wie will Solingen mit solch einer Ansiedlungspolitik seine\ntouristische Attraktivit\u00e4t weiterentwickeln? Oder seine\nAnziehungskraft als Stadt zum Leben f\u00fcr die Menschen, die in der\nRheinschiene arbeiten? \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn\nzugunsten einer Eventhalle auf Gewerbe auf dem Piepersberg-West\nverzichtet werden konnte, wenn das alte Rasspe-Gel\u00e4nde nun\naufbereitet wird und neue Technologien anziehen soll, wieso wird\nPiepersberg-West dann jetzt schon wieder f\u00fcr Gewerbeansiedlungen\nben\u00f6tigt?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In\nSolingens Nachhaltigkeitsstrategie steht im Themenbereich \u201eNat\u00fcrliche\nResourcen und Umwelt\u201c als Ziel 2 f\u00fcr 2030 u.a.: <em>\u201eEin\nhoher Anteil der Menschen in Solingen lebt umweltbewusst und kauft\nProdukte `aus der Region f\u00fcr die Region`. Auch \u00f6ffentliche Fl\u00e4chen\nwerden f\u00fcr die nachhaltige Versorgung der Solinger Bev\u00f6lkerung mit\nregionalen Erzeugnissen genutzt.\u201c<\/em>\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nBoden auf Piepersberg-West ist \u00e4u\u00dferst fruchtbar. Bauer Meinsma\nsagte auf einer der B\u00fcrger-Diskussionen zum Ittertal, dieser Boden\nsei so fruchtbar, man k\u00f6nne ihn als D\u00fcnger f\u00fcr andere Felder\neinsetzen. Gleiches gilt f\u00fcr F\u00fcrkeltrath. Hier w\u00e4chst aktuell das\nGetreide, das die B\u00e4uerin Nau anbaut und das die ebenfalls mit\nNachhaltigkeitspreis ausgezeichnete B\u00e4ckerei Sch\u00fcren f\u00fcr unsere\nBr\u00f6tchen braucht, womit sie sogar Werbung macht: ihr Mehl stamme aus\nbiologischem Anbau von F\u00fcrkeltrath! \n<\/p>\n\n\n\n<p>Land-Wirtschaft\nist auch Wirtschaft und zwar eine deutlich nachhaltigere als jedes\nandere produzierende Gewerbe, betonte der in Vohwinkel angesiedelte\nBauer Br\u00f6cker vom Gut zur Linden auf einer der Diskussionen, die die\nB\u00fcrgerinitiative \u201eRettet das Ittertal\u201c zum Thema veranstaltete.\nDie Firma Rasspe etwa habe von 1827 bis 2009 nicht einmal 200 Jahre\nfunktioniert. Nun muss der Boden, den sie in dieser Zeit stark\nverunreinigt hat, teuer dekontaminiert, ausgetauscht und wieder\naufbereitet werden, um das Gebiet einer neuen Gewerbenutzung\n\u00fcberhaupt erst zuf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Bauer Br\u00f6cker dagegen ist auf\nseinen Feldern schon in der 17. Generation, also mehr als doppelt so\nlang t\u00e4tig. Hier brauchte es in all dieser Zeit keine teure\nWiederaufbereitung, die die B\u00fcrger mit ihren Steuergeldern bezahlen\nmussten. \u201eUnd hier wird es auch zuk\u00fcnftig keine brauchen\u201c,\nversichert Br\u00f6cker. \n<\/p>\n\n\n\n<p>In\nder Solinger Nachhaltigkeitsstrategie steht im Themenbereich\n\u201eNat\u00fcrliche Ressourcen und Umwelt\u201c unter der Zielbeschreibung\n1.2: <em>\u201eAuf\nGrundlage eines bis 2023 zu erstellenden gesamtst\u00e4dtischen Gr\u00fcn-\nund Freifl\u00e4chenkonzeptes \u2026 f\u00fchrt die Stadt Solingen bis 2030 ein\nnachhaltiges, bodenschonendes Fl\u00e4chenmanagement in der\nStadtentwicklung durch, um innerst\u00e4dtische Gr\u00fcnfl\u00e4chen und\nNaturr\u00e4ume auf dem Stand von 2017 zur erhalten und nach M\u00f6glichkeit\nauszuweiten (Biotopvernetzung).\u201c<\/em>\n Ziel 3 beschreibt u.a.: <em>\u201eDie\nSolinger Bach- und Flusst\u00e4ler bilden eine bedeutende Grundstruktur\ndes Biotopverbundes, die erhalten und \u2013 wenn m\u00f6glich \u2013 erweitert\nwird.\u201c<\/em>\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Es\ngab schon einen Wegweiser f\u00fcr den Umgang mit Solingens Natur aus dem\nJahr 2004, in dem F\u00fcrkeltrath und Piepersberg explizit unter \u201ePflege\nvon naturnahen Biotopen\u201c erw\u00e4hnt sind: Den Landschaftsplan der\nStadt Solingen, Ratsbeschluss 2004, unterzeichnet vom damaligen\nOberb\u00fcrgermeister Haug und seinem damaligen Beigeordneten\nHoferichter, genehmigt durch die Bezirksregierung D\u00fcsseldorf. Darin\nhat sich die Stadt Solingen selbst auferlegt, die Landschaft an der\nKorkenziehertrasse zu erhalten, zu pflegen und auszubauen. Doch\nstattdessen wurde in F\u00fcrkeltrath 1 ein Gewerbegebiet vorbereitet,\nPiepersberg-Ost bebaut und \u00fcber alle weiteren Fl\u00e4chen jahrelang\nfabuliert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ariane\nBischoff und Tim Kurzbach verk\u00fcndeten auf der\nNachhaltigkeitskonferenz jetzt einen gro\u00dfen Neuanfang. Die Gr\u00fcnen\nfordern nun erneut und wie schon immer die Erhaltung und Aufwertung\ndes Gr\u00fcng\u00fcrtels Ittertal, die Freie B\u00fcrger-Union macht sich f\u00fcr\ndie Nutzung vorhandener Brachen und die Aufstockung existierender\nGeb\u00e4ude stark. \n<\/p>\n\n\n\n<p>So hoffen wir denn weiter, dass den vielen Worten und Texten endlich Taten folgen m\u00f6gen, dass die Natur und die Bauern im Ittertal nach allen Gewerbediskussionen am Ende \u00fcberleben werden, vielleicht ja \u00e4hnlich wie der Hambacher Forst, dessen Rettung nach dem \u00fcberhitzten Sommer 2018 zuletzt f\u00fcr \u00fcber 50.000 Demonstranten zum Symbol f\u00fcr dringend n\u00f6tiges Umdenken wurde. Das Ittertal k\u00f6nnte ein solches Symbol f\u00fcr Solingen werden.  <\/p>\n\n\n\n<p>Renate Bernhard und Richard Zirschke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine Nachhaltigkeitswende im Biotopverbund Ittertal Ende September verk\u00fcndete die Presse das Ende der Eventhalle auf dem Piepersberg. Gelegen habe es, so der Bergische Handball-Club (BHC), an den Privateigent\u00fcmern der Grundst\u00fccke, auf denen die Halle gebaut werden sollte. Die &hellip; <a href=\"https:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=1566\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[393],"tags":[41,29,307,10],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1566"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1566"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1566\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1567,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1566\/revisions\/1567"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1566"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1566"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1566"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}