{"id":668,"date":"2016-07-04T11:13:26","date_gmt":"2016-07-04T11:13:26","guid":{"rendered":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=668"},"modified":"2016-07-04T11:13:26","modified_gmt":"2016-07-04T11:13:26","slug":"demonstration-gegen-naziterror-und-rassismus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=668","title":{"rendered":"Demonstration gegen Naziterror und Rassismus"},"content":{"rendered":"<h1>am 30. Mai um 12.30 in der Solinger Innenstadt<\/h1>\n<p><!--more--><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Am 29. Mai 1998 sind f\u00fcnf Jahre vergangen seit dem rassistischen Mordanschlag auf ein von T\u00fcrkInnen bewohntes Haus in Solingen. Es war mit f\u00fcnf Ermordeten der bis dahin folgenschwerste Anschlag auf \u201eAusl\u00e4nderInnen\u201c. Seitdem hat sich die Welle rassistischer Gewalt ungebremst fortgesetzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Ermutigt durch eine nationale Propaganda der Regierenden und eine rassistisch argumentierende \u201eAsyldebatte\u201c betreiben Neonazis mit Pogromen, Anschl\u00e4gen, Morden und Mi\u00dfhandlungen eine Strategie der Vertreibung all derjenigen, die ihrem Bild eines national ges\u00e4uberten Deutschland widersprechen. Betroffen sind anders aussehende Menschen, aber auch die antisemitischen Anschl\u00e4ge sind sprunghaft angestiegen, und ebenso fallen Obdachlose, Behinderte und Antifasch-istInnen dem Naziterror zum Opfer.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Der Brandanschlag in Solingen l\u00f6ste eine bis dahin nicht erlebte Gegenwehr der t\u00fcrkischen Menschen in Deutschland aus, die trotz des Einflusses t\u00fcrkischer Rechtsextremisten auch ein Fanal gesetzt hat. Viele Menschen, auch Medien, erkl\u00e4rten sich solidarisch, griffen das unertr\u00e4gliche Handeln und Reden der Politiker-Innen an und forderten eine ver\u00e4nderte \u201eAus-l\u00e4nder\u201cpolitik und eine wirkliche Bek\u00e4mpfung des Rechtsextremismus. Doch was ist daraus geworden?<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">\u00a0<\/span><br \/>\n<strong>Die Forderung nach Bek\u00e4mpfung des Rechtsextremismus wurde weitgehend ignoriert:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Nach wie vor k\u00f6nnen rassistische und rechtsextremistische Parteien wie die Republikaner und die DVU zu Wahlen kandidieren, Abgeordnetengeh\u00e4lter und\u00a0 Wahlkampfkosten-erstattung f\u00fcr die Verbreitung ihrer Propaganda nutzen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">1997 zogen 5000 Rechtsextremisten gegen die Wehrmachtsausstellung durch M\u00fcnchen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">\u00a0\u201eNationale Infotelefone\u201c rufen legal zur Jagd auf AntifaschistInnen auf.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Antifaschistische Gegendemonstrationen wie in Saalfeld werden verboten.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Vor dem Hintergrund von Arbeitslosigkeit und Sozialabbau besonders in Ostdeutschland werden \u201enational befreite Zonen\u201c geschaffen, in denen \u201edie Kameradschaften souver\u00e4n agieren k\u00f6nnen\u201c. \u00d6ffentliche Pl\u00e4tze, die Gelegenheiten sich zu treffen, sind in ganzen Kleinst\u00e4dten von der rechtsextremistischen Szene beherrscht &#8211; inmitten eines Klimas aus Angst und heimlicher Sympathie. Jugendzentren werden der rechten Szene zur Verf\u00fcgung gestellt &#8211; angeblich zur Befriedung &#8211; mit dem Effekt eines staatlich gef\u00f6rderten Treffpunkts f\u00fcr angehende Faschisten.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><strong>Die Forderung nach der doppelten Staatsangeh\u00f6rigkeit<\/strong> &#8211; um wenigstens einem Teil der rund sieben Millionen meist schon seit Jahrzehnten hier lebenden Menschen ohne deutschen Pass B\u00fcrgerrechte zu geben &#8211; scheitert noch immer an der CDU. Deren Innenminister trieb seine Ausgrenzungspolitik zus\u00e4tzlich mit der Visumpflicht f\u00fcr hier geborene Kinder auf die Spitze.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><strong>Die Forderung an den damaligen Bundespr\u00e4sidenten Weizs\u00e4cker, die Tage vor dem Anschlag beschlossene faktische Abschaffung des Asylrechts angesichts des rechten Terrors &#8211; der sich davon offensichtlich ermuntert f\u00fchlte &#8211; nicht zu unterschreiben<\/strong><b>, <\/b>brachte nichts. Im Gegenteil, wenig sp\u00e4ter k\u00fcrzte die Bundesregierung die Sozialhilfe f\u00fcr alle Fl\u00fcchtlinge in den ersten drei Jahren ihres Aufenthalts auf 80% der Summe, die als das Existenzminimum definiert ist. Am 6. Februar beschlo\u00df der Bundesrat mit den Stimmen von CDU- und SPD-regierten L\u00e4ndern den v\u00f6lligen Entzug der Sozialhilfe f\u00fcr mehrere hunderttausend \u201eausreisepflichtiger\u201c Fl\u00fcchtlinge z. B. aus Bosnien. Gleichzeitig verbringen Tausende von Fl\u00fcchtlingen ihr Leben in Abschiebe-kn\u00e4sten &#8211; deren gr\u00f6\u00dfter im rot-gr\u00fcn regierten NRW betrieben wird. Abschiebungen in Folterstaaten wie die T\u00fcrkei sind allt\u00e4glich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><strong>Die Forderung nach einer ver\u00e4nderten Haltung der Verantwortlichen gerade in Solingen<\/strong> ist weitgehend erfolglos geblieben:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die Polizei machte einen \u00dcberfall vom Dezember 1997 in Solingen auf einen Mann, der von einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe von Skinheads kranken-hausreif geschlagen wurde, nicht \u00f6ffentlich. Die Nazis treten heute in Solingen weit massiver auf als in der Zeit vor dem Brandanschlag.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Regelm\u00e4\u00dfige Treffen von Solinger und ausw\u00e4rtigen Nazis wurden erst durch die Presse, nicht jedoch durch Polizei und Stadt \u00f6ffentlich.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Es gibt zwar einige aktive private antirassistische Initiativen, die Politik der Stadt hat sich aber kaum ver\u00e4ndert.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">G\u00fcnther Kissel, der gr\u00f6\u00dfte Solinger Bauunternehmer, ein Leugner des Holocaust, Volks-verhetzer und rechtsextremistischer Drahtzieher, ist weiterhin\u00a0 ein geachteter Mann in Solingen, der 1997 einstimmig zum Obermeister der Baugewerbeinnung gew\u00e4hlt wurde. Der Oberb\u00fcrgermeister er\u00f6ffnet weiterhin feierlich die Bauten seiner Firma.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Ein Handlungskonzept zur Verbesserung der Situation der Ausl\u00e4nderInnen in Solingen wurde nach den Morden zwar \u00f6ffentlich angek\u00fcndigt, aber nie realisiert . . .<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Solingen ist zwar nur ein Ort von vielen, an denen der zu neuen Kr\u00e4ften gekommene faschistische Terror w\u00fctete. Aber Solingen ist ein Ort, der auch zum Synonym f\u00fcr den Widerstand von \u201eAusl\u00e4nderInnen\u201c und Deutschen gegen die Rechtsentwicklung der Bundesrepublik geworden ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Lasst uns am Jahrestag des Brandanschlages gemeinsam gegen staatlichen wie privaten Rassismus und Naziterror demonstrieren!<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">\u00a0<\/span><br \/>\n<strong>Schluss mit dem Naziterror! <\/strong><br \/>\n<strong>Gleiche soziale und politische Rechte f\u00fcr ImmigrantInnen!<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die Demonstration wird u. a. organisiert vom Solinger Appell und der VVN\/BdA. Es werden noch weitere Unterst\u00fctzerInnen gesucht. Wenn Ihr mitorganisieren oder zur Demonstration aufrufen wollt, meldet Euch bitte beim Solinger Appell, Werwolf 57a, 42651 Solingen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>am 30. 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