{"id":662,"date":"2016-07-04T10:27:37","date_gmt":"2016-07-04T10:27:37","guid":{"rendered":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=662"},"modified":"2016-07-04T10:28:27","modified_gmt":"2016-07-04T10:28:27","slug":"wer-schuetzt-den-wald-vor-der-schutzgemeinschaft-deutscher-wald","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=662","title":{"rendered":"Wer sch\u00fctzt den Wald vor der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald?"},"content":{"rendered":"<h1>Dem Wald geht\u2019s immer schlechter, der Schutzgemeinschaft immer besser<\/h1>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">\u201dDamals als in unseren W\u00e4ldern fremde Kolonnen mit rauhen Ausbeutungsmethoden alle abfuhrbeg\u00fcnstigten Altholzvorr\u00e4te niederschlugen &#8230; war die Emp\u00f6rung gr\u00f6\u00dfer als die Furcht! Sie war der erste sichtbare Zorn, der aus der \u00d6ffentlichkeit den Siegern entgegenschlug. Es war, wie ein britischer Politiker erkl\u00e4rte, die erste nationale Regung seit dem totalen Zusammenbruch 1945! Und die wurde wegen des zerschlagenen Waldes gewagt! &#8230; Damals klirrten auf den Stra\u00dfen fremde Panzer &#8230; in jedem von uns sa\u00df noch das Bangen, vor allem vor Uniformen, zumal vor fremden. &#8230; Holz galt als ein Reparationsgut &#8230; Schl\u00e4gertrupps aus Fremdarbeitern schlugen kahl, wo es f\u00fcr sie am bequemsten war. &#8230; Jede Gr\u00fcndung eines Landesverbandes war zwar ein Appell an die \u00d6ffentlichkeit gewesen, prim\u00e4r aber ein lautstarker, zudem legaler Protest unmittelbar an die Adresse der Besatzungsm\u00e4chte. &#8230; die den von den Siegerm\u00e4chten praktizierten Raubbau am deutschen Wald Paroli bieten sollte. Das war damals Umweltschutz von geradezu verwegener Art, &#8230; Anfangs hatten wir vornehmlich den Bestand im Visier, vor allem seine von der Besatzungsmacht beanspruchten Holzmassen &#8230;\u201d<\/span><\/em><\/p>\n<h1>Die erste nationale Regung nach 1945<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Was hier im traditionellen deutsch-nationalen Slang geschrieben wurde, ist keine Erkl\u00e4rung der NPD. Es handelt sich um die Gedanken von Dr. Erich Hornsmann, dem Gr\u00fcndungs- und Ehrenmitglied der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), ver\u00f6ffentlicht im Jubil\u00e4umsheft &#8211; 50 Jahre SDW &#8211; in der Zeitschrift \u201dUnser Wald\u201d.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Dank dieser Erinnerungen \u00fcber die Geburtsstunde der SDW wissen wir nun, da\u00df f\u00fcr die V\u00e4ter (M\u00fctter kommen in diesem M\u00e4nnerverein nicht vor) der SDW Naturschutz lediglich ein sekund\u00e4res, \u201dzudem legales\u201d Vehikel f\u00fcr \u201ddie erste nationale Regung\u201d war, wobei \u201dprim\u00e4r\u201d der Protest gegen die Alliierten, welche Nazideutschland vom Faschismus befreit hatten, im Vordergrund stand. Soweit zu den historisch-politischen Beweggr\u00fcnden der SDW, die \u00fcbrigens nahezu nahtlos an die revanchistische Taktik nach dem Ersten Weltkrieg ankn\u00fcpft, wo der Kampf gegen die Reparationszahlungen ebenfalls als Aufh\u00e4nger f\u00fcr eine deutsch-nationale Wiedergeburt mi\u00dfbraucht wurde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Was die \u00f6konomischen Interessen angeht, so verr\u00e4t uns der Ex-Landesvorsitzende der SDW Bayerns, Dr. Erich Hornsmann, da\u00df es \u201dvornehmlich\u201d um die \u201dvon der Besatzungsmacht beanspruchten Holzmassen\u201d ging. Der Deutsche Wald aber geh\u00f6rt den deutschen Gro\u00dfgrund- und Waldbesitzern (u. a. auch dem preu\u00dfischen Waldadel), die gemeinsam mit der Schwerindustrie Hitler gesponsert und das deutsche Volk in den Krieg getrieben hatten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">In diesem Sinne verstand sich die SDW als eine Schutzgemeinschaft der Interessen der privaten Waldwirtschaft. Zwei Jahre nach Kriegsende erschien die Zeit wohl noch nicht reif, um mit \u201doffenem Visier\u201d f\u00fcr deren Besitzstand einzutreten, und was lag da n\u00e4her, als sich mit dem Deckmantel Naturschutz zu tarnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Hinter den Worten eines Reinhard Freiherr von Schorlemer, der von 1988 bis 1992 Bundesvorsitzender der SDW war und derzeit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer vorsteht &#8211; \u201dDie Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverb\u00e4nde und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald arbeiten seit vielen Jahren auf vielf\u00e4ltige Weise zusammen.\u201d ( unser Wald Juni \u201897 ) &#8211; verbirgt sich folgerichtig das innigste Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis dieser beiden Verb\u00e4nde,von Anfang an.<\/span><\/p>\n<h1>Vom politischen Sto\u00dftrupp zum Lobbyist<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Im Laufe der Zeit hat sich die Aufgabenteilung zwischen Waldsch\u00fctzern und Waldbesitzern nat\u00fcrlich modifiziert. Die SDW hat sich vom politischen Sto\u00dftrupp f\u00fcr die Wald-, Holz- und Forstwirtschaft zu einem Image- und Marketinglobbyisten gemausert, wobei die Natursch\u00fctzer-Tarnung immer noch die besten Dienste leistet. Schlie\u00dflich steht der Feind heute nicht mehr im Lager der \u201dSieger- und Besatzungsm\u00e4chte\u201d, sondern in den Reihen konkurrierender gr\u00fcn-alternativer Bewegungen, die mit ihren \u201dradikal-\u00f6kologischen Phantasien\u201d eine Art kultureller Hegemonie erreichen k\u00f6nnten, was den kurzsichtigen Profitinteressen der Wirtschaft sicherlich nicht dienlich sein kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">So sinniert C.F. Graf Brockdorff, der von 1984 bis 1988 die SDW anf\u00fchrte, \u00fcber die Folgen eines Zeitgeistes, der anstatt von \u201dLandnutzern\u201d von \u201dLandsch\u00fctzern\u201d bestimmt wird: \u201dMan will einzelne Gebiete wieder in einen urwald\u00e4hnlichen Zustand zur\u00fcckf\u00fchren. Ob dies dem Gesamtwald zutr\u00e4glich ist, wage ich zu bezweifeln. Man kann dies in vielen Teilen der Welt an derartigen Urw\u00e4ldern sehen. Aus eigener jahrzehntelanger praktischer Erfahrung mu\u00df ich sagen, da\u00df diese Waldbilder \u00f6konomisch eine Katastrophe sind, ganz abgesehen davon, da\u00df sie gleichzeitig Brutst\u00e4tten ungez\u00e4hlter Sch\u00e4dlinge darstellen&#8230;\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Leider enth\u00e4lt sich der Blaubl\u00fctige jeglicher Erkl\u00e4rung dar\u00fcber, worauf er sich mit seiner Kritik bezieht. Eventuell meint er den wohlgemeinten, aber relativ k\u00fcmmerlichen Versuch der Landesregierung von NRW, Naturwaldzellen einzurichten, was nat\u00fcrlich die Interessen der Nutzwaldprofiteure einschr\u00e4nkt. Kaum vorstellbar w\u00e4re, da\u00df er sich f\u00fcr die Abholzung des Regenwaldes ausspricht, weil da \u201dungez\u00e4hlte Sch\u00e4dlinge\u201d gez\u00fcchtet w\u00fcrden, &#8211; wobei diesen Leuten Alles zuzutrauen ist. Wahrscheinlich jedoch wird hier einfach nur primitiv das populistische Vorurteil gesch\u00fcrt, welches besagt, da\u00df \u00f6kologische Ideologen die ach so gl\u00fccklich lebende Menschheit in die Steinzeit zur\u00fcck katapultieren und aus der bl\u00fchenden deutschen Kulturlandschaft einen Urwald machen wollen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Herbert Offner, der 1954 in das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten berufen wurde, und im Ern\u00e4hrungs- und Haushaltsausschu\u00df des Bundestages \u201dallj\u00e4hrlich um die Gew\u00e4hrung des Bundeszuschusses k\u00e4mpfen mu\u00dfte (?) und dies nur mit dem Argument durchsetzen konnte, da\u00df auch die L\u00e4nder Zusch\u00fcsse an die SDW gew\u00e4hren,\u201d (Unser Wald 7, 97 ) philosophiert da nicht ganz so plump. Seine These, wonach \u201ddas nat\u00fcrliche biologische Gleichgewicht zu zerst\u00f6ren, eine Katastrophe ist, es aber ebenso katastrophal sein kann, es wiederherstellen zu wollen,\u201d ist einer der Leitgedanken der SDW-Philosophie. Im Kern handelt es sich hierbei um eine Phrase. Genauso gut k\u00f6nnte man behaupten da\u00df es schlimm ist, wenn jemand alkoholkrank oder drogens\u00fcchtig wird, es aber noch viel schlimmer sei, ihn zu entgiften.<\/span><\/p>\n<h1>Verbalradikale Umweltrethorik contra Umweltschutz<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Wie Offers These gedacht ist wird an konkreten Beispielen der SDW-Politik deutlich. Als die regierende SPD\/Gr\u00fcne-Koalition in der Klingenstadt mangels Finanzmasse eines von f\u00fcnf Freib\u00e4dern meinte, schlie\u00dfen zu m\u00fcssen, und sich aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden f\u00fcr das mitten in der Ohligser Heide gelegene Heidebad entschied, deutete der Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der SDW Bernd Krebs zwar in Naturschutzkreisen ein gewisses Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diese Ma\u00dfnahme an. Als CDU-Funktion\u00e4r powerte er jedoch f\u00fcr ein populistisches B\u00fcrgerbegehren, welches die Schlie\u00dfung des Heidebades verhinderte. Die Chance seinen politischen Gegnern \u201deinen auszuwischen\u201d, obsiegte wiedereinmal \u00fcber sein Natursch\u00fctzergewissen. Bei der forstlichen Umwidmung im Bereich des Naturschutzgebietes Ohligser Heide zeigte der Vorsitzende des Landschaftsbeirates Krebs ebensowenig Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Herausnahme der Fichtenmonokulturen und anderen nichtstandortgerechten Holzarten, zugunsten einer artenreichen einheimischen Pflanzengesellschaft. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke Solingen versucht er bis zuletzt die Einf\u00fchrung einer kostengerechten Verg\u00fctung regene-rativer Energien bei den Stadtwerken zu verhindern, genau wie beim RWE, wo er Vertreter der Stadt Solingen im Verband der kommunalen Aktion\u00e4re ist. Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der SDW lobt er den Agenda 21 &#8211; Proze\u00df, als CDU Ratsmitglied stimmt er gegen die Umsetzung desgleichen auf die kommunale Ebene. Als Redakteur der Verbandszeitschrift \u201dUnser Wald\u201d ist er stolz darauf, da\u00df die Zeitung auf Papier gedruckt wird, welches aus \u201dchlorfrei gebleichten Zellstoff\u201d hergestellt wird, f\u00fcr den \u201dausschlie\u00dflich Holz, das bei der Durchforstung unserer heimischen W\u00e4lder anf\u00e4llt oder Restholz der verarbeitenden Industrie\u201d verwandt wird. Als verantwortlicher Kommunalpolitiker versucht er jedoch, die Einf\u00fchrung der Altpapiernutzung im Bereich der Stadtverwaltung zu blockieren. Als Vertreter der angeblich \u201d\u00e4ltesten Naturschutzorganisation Deutschlands\u201d f\u00fchlt er sich \u201dgeradezu verpflichtet, Bildb\u00e4nde \u00fcber den tropischen Regenwald aufzulegen\u201d und ein Regenwaldprojekt im Brasilianischen Urwald zu unterst\u00fctzen. Als marktwirtschaftlich orientierter CDU-Mann in seiner Heimatstadt wendet er sich dagegen, bei st\u00e4dtischen Ausschreibungen die Einschr\u00e4nkung bzw. den Verzicht von Tropenholznutzung zu verlangen. Mit verbalradikaler Umweltrethorik profiliert er sich gerne in der Presse als Gegner neuer, gro\u00dfer Sta\u00dfenbauvorhaben, als Repr\u00e4sentant der Solinger CDU tr\u00e4gt er deren Politik des Abbaus im \u00d6ffentlichen Personennahverkehr sowie der Zerst\u00f6rung der f\u00fcr das Bergische Land typischen Bach- und Quellt\u00e4ler (Viehbach-\/Lochbachtal) durch innerst\u00e4dtische Autobahnen, voll und ganz mit. Wie sein SDW-Bundesvorsitzender Wolfgang von Geldern, h\u00e4lt er die Einrichtung von Golfpl\u00e4tzen f\u00fcr eine umweltpolitische Gro\u00dftat, auch wenn dadurch letzte Reste von relativ naturbelassenen Reservaten verschwinden sollen. Krebs scheut sich sogar nicht \u00fcber den \u2018Arbeitskreis zum Schutz von Tier und Natur\u2019, der sich im Dunstkreis der SDW befindet, von einer 25 000 DM Spende des gr\u00f6\u00dften Solinger Bauunternehmer und gerichtsnotorisch Volksverhetzer und Auschwitzleugner Kissel, mit zu profitieren.<\/span><\/p>\n<h1>Bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald f\u00e4llt der Apfel niemals weit vom Stamm.<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Der SDW-Pr\u00e4sident von 1980 bis 1984 war der ehemalige rheinland-pf\u00e4lzische und th\u00fcringische Ministerpr\u00e4sident Bernhard Vogel (CDU), ein BASF-Lobbyist, der Anfang der 80er Jahre, u.a. im Bundesrat, gegen wirksame Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Luftverschmutzung polemisierte und sein Hauptverdienst w\u00e4hrend seiner SDW-Pr\u00e4sidialzeit darin sieht, in der Waldsterbendiskussion gegen \u201dd\u00fcstere Prognosen &#8230; die sich erfreulicherweise so nicht bewahrheitet haben\u201d, vorgegangen zu sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Der mit 5500 Mitgliedern gr\u00f6\u00dfte SDW-Landesverband Hessen, welcher sich noch 1994 gegen eine Versch\u00e4rfung des Naturschutzgesetzes zugunsten einer naturnahen Waldwirtschaft wandte, wird von Landrat J\u00fcrgen Hasheider, einem \u201dSpannmann\u201d des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers Bernd Krebs, angef\u00fchrt. Hasheider war in den 80er Jahren Baudezernent in Solingen, w\u00e4hrend Krebs Fraktionsvorsitzender der regierenden CDU war. Der Alibisozialdemokrat im ansonsten von CDU- und CSU-Funktion\u00e4ren dominierten Verband, erwies sich als inkompetent und hat als Kahlschlagssanierungs- und Stra\u00dfenbaufetischist einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.<\/span><\/p>\n<h1>Das Sponsoring- und Marketinggesch\u00e4ft der SDW<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">In der Ausgabe der SDW-Verbandszeitschrift vom Juni 1997 erl\u00e4utert Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Bernd Krebs die seit 1994 praktizierte Sponsoring- und Marketingstrategie der SDW. Weil es \u201dvom Gesetzgeber festgeschriebene Vorgaben\u201d gibt, \u201ddie die wirtschaftliche Bet\u00e4tigung f\u00fcr einen gemeinn\u00fctzigen Verband einschr\u00e4nken, fast sogar unm\u00f6glich machen\u201d, habe man die \u201dUnser Wald Marketing GmbH\u201d gegr\u00fcndet. Mit einem Stammkapital von 50 000 Mark ist die SDW alleiniger Gesellschafter. Und weil \u201ddie \u00d6kowelle rollt\u201d, wobei es \u201dkaum ein Produkt (gibt), das sich nicht mit dem Beinamen \u201d\u00d6ko\u201d, \u201dBio\u201d oder \u201dNatur\u201d schm\u00fcckt, sollte der \u201dErfinder\u201d des Naturschutzes (gemeint ist die SDW) \u201ddaraus wirtschaftlichen Nutzen ziehen k\u00f6nnen.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Als vordringliche Aufgabe der Marketingtochter betrachtet Krebs \u201ddie Erwirtschaftung von Lizenzgeb\u00fchren f\u00fcr die beim Deutschen Patentamt in M\u00fcnchen warenzeichenrechtlich gesch\u00fctzten Embleme und Markenzeichen \u201dWald-Jugendspiele\u201d, \u201dGr\u00fcner Runder Tisch\u201d, \u201dBaum des Jahres\u201d, Deutsche Alleenstra\u00dfe\u201d und schlie\u00dflich \u201dWaldschulen\u201d &#8230;.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Im Klartext bedeutet das: Die SDW will doppelt abzocken! Als gemeinn\u00fctziger Naturschutzverband die mit Steuergeldern gef\u00fcllten T\u00f6pfe bei Bund, Land und Gemeinden, und als Marketinggesellschaft die Werbefonds der Industrie. Wobei es sich bei den Zusch\u00fcssen aus der \u201d\u00d6ffentlichen Hand\u201d f\u00fcr die SDW bei weiten nicht um \u201dPeanuts\u201d handeln d\u00fcrfte. Immerhin hat Parteifreund Waigel an der Spitze der Deutschen Bundesstiftung Umwelt j\u00e4hrlich ca. 300 Millionen DM zur Verf\u00fcgung und ist Parteifreundin Merkel \u00fcber das Ministerium f\u00fcr Natur, Umwelt und Reaktorsicherheit die zweitgr\u00f6\u00dfte Geldgeberin, die es sich, insbesondere f\u00fcr staatstragende und CDU\/CSU-freundliche Umweltverb\u00e4nde, \u201danzusaugen\u201d lohnt. Die L\u00e4nder geben, je nach politischer Couleur, mal mehr oder weniger dazu, was bei der SDW sogar zu der revolution\u00e4ren \u00dcberlegung gef\u00fchrt hat, in sozialdemokratisch regierten L\u00e4ndern, SPD-Mitglieder als Landesf\u00fcrsten zu k\u00fcren. Nach dem Motto, wonach Kleinvieh auch Mist macht, greift die SDW zus\u00e4tzlich in die Haushaltsp\u00f6tte vieler St\u00e4dte und Gemeinden. Allein in Solingen wird die Waldschule der SDW j\u00e4hrlich mit 115 000 Mark bezuschu\u00dft &#8211; und es gibt viele Gemeinden in Deutschland.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Allerdings kann ein angeblich gemeinn\u00fctziger Verband keinen direkten Gewinn erwirtschaften. Das Geld, welches ihm zuflie\u00dft, mu\u00df er \u201dverbraten\u201d, indem er seinen Apparat st\u00e4ndig vergr\u00f6\u00dfert und seinen Apparatschiks immer gro\u00dfz\u00fcgigere Geh\u00e4lter und \u201dEntsch\u00e4digungen\u201d zukommen l\u00e4\u00dft. Die Leistung, f\u00fcr die die SDW veritabel mit \u00f6ffentlichen Zusch\u00fcssen bedacht wird, ist seine Funktion, als traditioneller Naturschutzverband im Namen des Naturschutzes, wirklichen Naturschutz zu verhindern und das \u00f6kologische Versagen seiner politischen Klientel zu vertuschen. J\u00f6rg Bergstedt, ein kompetenter Insider zum Thema \u201dFilz und Umweltverb\u00e4nde\u201d ( siehe \u201dJunge Welt\u201d 16.01.1998) charakterisiert die SDW folgenderma\u00dfen: \u201dDer krasseste Fall einer Verflechtung von Staat und gro\u00dfem Umweltverband ist die SDW, die zudem noch bemerkenswerte Industriekontakte hat&#8230;Die Schutzgemeinschaft ist durch und durch staatsm\u00e4nnisch (Frauen gibt es wenige). &#8230; Die Basis der SDW sind die F\u00f6rster, also ebenfalls Staats- und Gemeindebedienstete. Zusammen bilden sie einen Verband, der neben einer zur\u00fcckhaltenden \u00d6ffentlichkeitsarbeit, ein bi\u00dfchen Umweltp\u00e4dagogik und praktischen Naturschutz, im politischen Raum, vor allem Lobbyarbeit betreibt.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Diese Formulierung trifft den Nagel auf den Kopf. Da wundert sich der gemeine Steuerzahler, warum es dem Wald immer schlechter geht, obwohl sich Umwelt- und Atomministerin Merkel damit br\u00fcstet, da\u00df keine Regierung vor dieser, so viel in den Umweltschutz investiert h\u00e4tte. Kein Wunder! Denn in dem Ma\u00dfe, wie es dem Wald schlechter geht, machen sich solche Organisationen wie die SDW immer \u201dfrischer\u201d. Es ist wie in diesem alten Witz, wo ein unter chronischem Durchfall leidender Mensch seinen Arzt lobt, weil er ihm ein Beruhigungsmittel verschrieben hat, wonach er sich nach Gebrauch der Arznei, zumindest nicht mehr dar\u00fcber aufregt, wenn er st\u00e4ndig seine Hosen vollschei\u00dft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Noch perfider bei diesem Marketingkonzept der SDW ist der Plan, auf Qualit\u00e4tsbegriffe der Umweltschutzbewegung einen patentierten Monopol-anspruch zu erheben. Der bitter n\u00f6tige \u201dGr\u00fcne Runde Tisch\u201d aller Umweltschutzverb\u00e4nde z.B. wird zuk\u00fcnftig ohne den Urheberanspruch der SDW nicht zustand kommen &#8211; jedenfalls nicht unter diesem Namen. Dabei \u201dsa\u00dfen\u201d an diesem \u201dGr\u00fcnen Runden Tisch\u201d einmal 30 Verb\u00e4nde zusammen. Weil die SDW, gemeinsam mit anderen mehr wirtschaftlich orientierten Verb\u00e4nden, sich nicht dazu durchringen konnte, den Bundesverkehrswegeplan abzulehnen, verlie\u00dfen der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Robin Wood, Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Deutsche Naturschutzring das Gremium. Was lernt die F\u00fchrungsriege der SDW aus dieser \u201dSchlappe\u201d? Wenn man sich schon umweltpolitisch isoliert, sollte man sich wenigsten machtpolitisch absichern und positive Begriffe patentm\u00e4\u00dfig besetzen!<\/span><\/p>\n<h1>Wer zahlt bestimmt &#8211; die Sponsoren der SDW<\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Zu den direkten Vertragspartnern der Marketing-GmbH z\u00e4hlen die <strong>Ford<\/strong> AG in K\u00f6ln, die <strong>Karstadt<\/strong> AG in Essen, <strong>Phoenix Pharmahandel<\/strong> in Mannheim und die <strong>Birkenstock<\/strong> Orthop\u00e4die GmbH in Bad Honnef. Die deutsche Handelskette <strong>SPAR<\/strong> sponsert seit 1977 die Waldjugend. Neben der finanziellen Unterst\u00fctzung stellt die SPAR u.a. Lebensmittel f\u00fcr die jugendlichen \u201dWaldl\u00e4ufer\u201d, \u201dWildlinge\u201d und \u201dPimpfe\u201d zur Verf\u00fcgung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Gemeinsam mit dem <strong>ADAC<\/strong> betreibt die SDW das Projekt \u201dDeutsche Alleenstra\u00dfe\u201d, welches aus der Bewegung zur Rettung der alten Alleen in den neuen Bundesl\u00e4ndern entstanden ist. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der AG \u201dDeutsche Alleenstra\u00dfe\u201d schreibt \u00fcber dieses seltsame B\u00fcndnis in \u201dUnser Wald\u201d: \u201dDie Natur braucht stets auch Verb\u00fcndete, und diese fand der ADAC in der SDW.\u201d Da\u00df der ADAC die Forderung nach Erhaltung der alten Alleen in dem Sinne benutzt, da\u00df vor allem durch gro\u00dfz\u00fcgigen Stra\u00dfenneubau die Alleen gerettet w\u00fcrden, l\u00e4\u00dft die SDW kalt. Sie bescheinigt dem ADAC, da\u00df dieser zu Unrecht als \u201dausgepichter Stra\u00dfenbaubef\u00fcr-worter\u201d bezeichnet wird und l\u00e4\u00dft sich diese Image-Aufpolierung bezahlen &#8211; u.a. mit Anzeigen des ADAC-Slogans: \u201dDer Wald mu\u00df leben &#8230; Mobilit\u00e4t auch.\u201d<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><strong>BMW<\/strong> unterst\u00fctzt ebenfalls die Aktion Alleenstra\u00dfe und stellt Dieselwagen der vorz\u00fcglichen Dreierklasse zur Verf\u00fcgung &#8211; nat\u00fcrlich ver-brauchs- und schadstoffarm.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die Firma <strong>Ford<\/strong> l\u00e4\u00dft sich auch nicht lumpen, wenn es darum geht, sich von der SDW ein Umweltschutzm\u00e4ntelchen verpassen zu lassen. \u201d200 000 neue B\u00e4ume f\u00fcr 200 000 eingetauschte Altfahrzeuge\u201d hei\u00dft die gemeinsame PR-Aktion.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Der Chemieriese <strong>Bayer<\/strong> wirbt in ganzseitigen Anzeigen f\u00fcr ein modernes Pflanzenschutzmittel und <strong>Rheinbraun<\/strong> (Garzweiler II) damit, da\u00df man \u201daus \u00fcber 70 Jahren erfolgreicher Rekultivierung\u201d Erfahrung habe. Das Anzeigenfoto mit diesem Text zeigt ein wundersch\u00f6nes Biotop.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die Landes- und Ortsverb\u00e4nde der SDW betreiben zahlreiche Kooperationen. In Norddeutschland mit der F\u00fcrst Bismarck Quelle, die sich mit einer Gro\u00dfanzeige bedankt, auf der Golfprofi Sven Str\u00fcver einpattet. In NRW hat die SDW eine Kooperation mit Merkana-Reisen\/Lufthansa-City-Center in Remscheid, wo doch jeder wei\u00df, wie umweltfreundlich Fernreisefl\u00fcge sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Nat\u00fcrlich hat niemand etwas gegen Sponsoring und Marketing an sich. Doch wenn ein angeblicher Naturschutzverband sich ausgerechnet bei den gr\u00f6\u00dften Umwelts\u00fcndern prostituiert und damit \u201dKasse macht\u201d, das Markenzeichen \u00d6kologie zu entwerten, ist da\u00df schon ekelhaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">Die SDW ist auf dem besten Wege, nur noch eine Versorgungs- und Besch\u00e4ftigungsgesell-schaft f\u00fcr CDU\/CSU- Funktion\u00e4re zu werden, und da n\u00fctzt es \u00fcberhaupt nichts, sich ein Naturschutzimage patentieren zu lassen, das in der konkreten Praxis schon l\u00e4ngst zu einem \u201dMuster ohne Wert\u201d geworden ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\">H. O. Bones<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem Wald geht\u2019s immer schlechter, der Schutzgemeinschaft immer besser<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[153],"tags":[162,163,29,164],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/662"}],"collection":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=662"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/662\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":663,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/662\/revisions\/663"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=662"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=662"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=662"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}