{"id":176,"date":"2016-06-18T12:12:26","date_gmt":"2016-06-18T12:12:26","guid":{"rendered":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=176"},"modified":"2016-06-18T14:27:04","modified_gmt":"2016-06-18T14:27:04","slug":"von-der-gruenen-mitte-der-stadt-zum-konsumtempel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=176","title":{"rendered":"Von der gr\u00fcnen Mitte der Stadt zum Konsumtempel"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"western\"><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><b>Wie sich eine gute Idee zu etwas ganz anderem entwickelt<\/b><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Wie fing alles an? &#8211; Am 15.6.89 beschlo\u00df der Rat, ein strukturelles und st\u00e4dtebauliches Gesamtkonzept f\u00fcr die Innenstadt erstellen zu lassen. <\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Bei der Vorauswahl der Gutachterlnnen hatte sich auch das B\u00fcro AKOPLAN beworben. Zum M\u00fchlenplatz machte es einen bemerkenswerten Vorschlag: \u201eSo lie\u00dfe sich durchaus vorstellen, z.B. den M\u00fchlenplatz &#8211; in Anlehnung an seine fr\u00fchere Funktion &#8211; zu einem Stadtgarten umzugestalten: als gr\u00fcne Mitte der Stadt.\u201d Zwei Gutachterb\u00fcros wurden beauftragt, Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Attraktivierung der Innenstadt zu entwickeln. Parallel dazu wurde eine beispielhafte B\u00fcrgerlnnenbeteiligung durchgef\u00fchrt: \u201eBauwagen\u201d\u00a0 mit Pl\u00e4nen standen an verschiedenen Standorten und nahmen Vorschl\u00e4ge der B\u00fcrgerlnnen entgegen (insgesamt umfa\u00dften die Vorschl\u00e4ge 367 Seiten), B\u00fcrgerlnnenversammlungen und Ausstellungen wurden organisiert, in drei \u201eB\u00fcrgerwerkst\u00e4tten\u201d wurden die Gutachter mit den Vorstellungen der Bev\u00f6lkerung konfrontiert. Ein kleiner H\u00f6hepunkt dabei war die Aufforderung, zum M\u00fchlenplatz die eigenen\u00a0 Ideen in Bestandspl\u00e4ne einzuzeichnen. Im Protokoll der B\u00fcrgerwerkstatt wurde dabei \u00fcber folgende Ideen berichtet:\u00a0 Eine Bibliothek im Paschehaus, ein Kunstobjekt eine Stadtinformation Gestaltung mit mehr B\u00e4umen und Sitzgelegenheiten, ein Parkplatz mit Tiefgarage, Fassadenbegr\u00fcnung, der Wiederaufbau der M\u00fchle, Fahrradst\u00e4nder Rad- und Fu\u00dfwege, eine Gep\u00e4ckannahme f\u00fcr den \u00d6PNV. Bezeichnenderweise schlug dabei niemand die Bebauung mit Gesch\u00e4ften vor. Eine Ratsvorlage vom Oktober 1991 beschreibt, wie es mit der B\u00fcrgerInnenbeteiligung weitergehen sollte: Es sollte eine Brosch\u00fcre \u00fcber die B\u00fcrgerlnnenbeteiligung, die Inhalte der Planung und die Beschlu\u00dflage des Rates erstellt werden. Ein Videofilm sollte planungsbegleitend \u201emit Schwerpunkt auf die Meinungen der Solingerinnen und Solinger\u201d erstellt werden. Davon wurde nichts realisiert. 1995 scheint vieles eher vergessen zu sein.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Das Dortmunder Gutachterb\u00fcro Zlonicky und Wachten empfahl 1 991 die auch bei den jetzigen Pl\u00e4nen vorgesehene Verlagerung des Individualverkehrs von der K\u00f6lner- auf die Goerdelerstra\u00dfe und die weitgehende Verkehrsberuhigung der K\u00f6lner Stra\u00dfe zwischen ST und Deutscher Bank.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Eine Teilbebauung der Fl\u00e4che mit Einzelhandel, B\u00fcros und Wohnungen wurde vorgesehen. Jedoch sollten die Geb\u00e4ude wesentlich weniger Platz in Anspruch nehmen als die Planung des Investors der jetzt den Zuschlag erhielt: \u201eein weitr\u00e4umiger, teil\u00fcberdeckter Innenhof soll f\u00fcr Markt, Z\u00f6ppkesmarkt und kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.\u201d Im n\u00f6rdlichen Bereich zwischen Mummstra\u00dfe und Goerdeler Stra\u00dfe sollten \u201eein gro\u00dfer \u00fcberdachter, gesicherter Fahrradstand mit Servicestation\u201d sowie begr\u00fcnte Freifl\u00e4chen entstehen.<\/span><\/span><\/p>\n<h6>Die ersten Bebauungsabsichten<\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Das zweite Gutachterb\u00fcro Heinz, Moritz und Partner aus Aachen schlug ebenfalls eine Teilbebauung des Platzes vor: mit Dienstleistungseinrichtungen, Wohnen, Volkshochschule und einer Markthalle. Zus\u00e4tzlich zur Markthalle sollte auch hier wesentlich mehr Platzfl\u00e4che und begr\u00fcnte Freifl\u00e4chen im Gesamtbereich verbleiben.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Arbeit des B\u00fcros und die B\u00fcrgerlnnenbeteiligung wurden begleitet von der \u201eLenkungsgruppe Innenstadt\u201d.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Jochen Kuhn, der an der Lenkungsgruppe als Experte f\u00fcr den Bereich St\u00e4dtebau teilnahm&#8216; stellte in seiner Zusammenfassung im August 91 fest: \u201eDer M\u00fchlenplatz soll baulich abgerundet werden&#8230;. Auf die vielf\u00e4ltigen B\u00fcrgerw\u00fcnsche zum Erhalt bzw. zur Umgestaltung der Gr\u00fcnfl\u00e4che und der Marktfunktion wird hingewiesen..\u201d Er schlug f\u00fcr die Detailgestaltung einen Wettbewerb vor:\u201d Die Themenstellung sollte dabei offen sein f\u00fcr die Alternativen, einer \u00fcberwiegenden Bebauung oder Dominanz der Freiraumgestaltung.\u201d Eben diese Offenheit der Ausschreibung wurde im folgenden Verfahren nicht angewandt. Stattdessen entwickelte die Verwaltung selbst ein Modell f\u00fcr den M\u00fchlenplatz. Interessanterweise sollte dabei die f\u00fcr den Markt genutzte Fl\u00e4che von ca. 3.000 qm (heutiger Zustand) auf ca. 5.000 qm vergr\u00f6\u00dfert werden.<\/span><\/span><\/p>\n<h6>Investorenwettbewerb<\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Am 3.3.94 beschlo\u00df der Rat. Es wurde kein st\u00e4dtebaulicher\u00a0 Wettbewerb\u00a0 durchgef\u00fchrt, sondern es wurde ein lnvestorenwettbewerb ausgeschrieben. Als Ziele sollte den Investoren vorgegeben werden: Umgestaltung des M\u00fchlenplatzes zu einem Stadtplatz mit Marktnutzung, Schaffung von Einzelhandelsfl\u00e4chen mit maximal 2.000 qm Verkaufsfl\u00e4che, ca. 7.000 qm f\u00fcr Stadtb\u00fccherei und VHS, ca. 7.000 qm Wohn-\/B\u00fcronutzung unterirdische Stellpl\u00e4tze. Die gesamte Fl\u00e4che sollte durch einen Investor bebaut werden. Es wurde kein offener Wettbewerb durchgef\u00fchrt, sondern acht von der Verwaltung ausgesuchte Investoren angeschrieben. Nur vier von denen sahen sich in der Lage und bereit, das riesige Bauvorhaben zu bew\u00e4ltigen und machten ein Angebot. Im M\u00e4rz 95 wurden die Vorschlage vorgestellt<\/span><\/span><\/p>\n<h6>Marktprobleme<\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Jetzt wurde deutlich, wo das wirtschaftliche Hauptinteresse m\u00f6glicher Investoren\u00a0 an der Bewerbung liegt: bei der Vermietung von m\u00f6glichst viel Einzelhandelsfl\u00e4che. Die meisten Investoren verringerten den Anteil der Wohn-\/ B\u00fcronutzung zugunsten der Einzelhandelsfl\u00e4chen. Die heutige Marktfl\u00e4che wurde nur beim Konzept der Solinger Architekten Grafweg (Investor: Thyssen und Mediconsult) erhalten. Die \u00fcbrigen Vorschl\u00e4ge verkleinerten den Platz oder lie\u00dfen ihn ganz wegfallen, wie beim Entwurf von ECE (\u201eSchwester\u201d des OTTO-Versandes). Der Entwurf von Hochtief (100%ige RWE-Tochter) entsprach den Vorgaben bei der Wohn- und B\u00fcronutzung am meisten, daf\u00fcr sollte bei ihm ein 30 m hohes Hochhaus entstehen &#8211; auch was Feines.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Die von den Marktbetreibern schnell eingeleitete Sammlung von ca. 6.000 Unterschriften f\u00fcr das Verbleiben des Marktes im Kern der City konnte das Abdr\u00e4ngen des Marktes an den Rand der City (z.B. Rathausparkplatz) verhindern.<\/span><\/span><\/p>\n<h6>Erste Entscheidungen<\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Am 14.9.1995 fa\u00dfte der Rat einstimmig den Beschlu\u00df, mit der Multi Development (45% geh\u00f6ren der holl\u00e4ndischen AMRO-Bank) einen Vorvertrag abzuschlie\u00dfen, der dieser die Option auf den Bau des Projektes gibt. Alle anderen Investoren sind damit aus dem Rennen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Der Investor plant, die Fl\u00e4che zwischen der gesamten Mummstra\u00dfe, der Konrad-Adenauer-Stra\u00dfe, der Goerdeler Stra\u00dfe und der Achse K\u00f6lner Stra\u00dfe\/Peek &amp; Cloppenburg\/Kaufhof bis auf einen kleinen Platz komplett zu \u00fcberbauen. Elemente des Vorvertrages sollen sein:<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">* ein Platz, \u201ein der Gr\u00f6\u00dfenordnung von min-destens 1.500-2.000 qm\u201d<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">* der Neubau der Stadtb\u00fccherei und der VHS (diese sollen im 2. und 3. Obergescho\u00df untergebracht werden).<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">* Die von der MultiDevelopment geplanten 14.000\u00a0 qm\u00a0 Einzelhandels-Gesch\u00e4ftsfl\u00e4chen sollen \u201eein gehobenes Angebotsniveau beinhalten.\u201d<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">* Die \u201e\u00f6kologischen Belange sollen ber\u00fccksichtigt werden.\u201d<\/span><\/span><\/p>\n<h6>Fazit<\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Planung der M\u00fchlenhofgestaltung ist ein Paradebeispiel f\u00fcr die Ver\u00e4nderung einer Planung auf dem Weg von der Ermittlung der B\u00fcrgerlnnenmeinung bis zum Zuschlag an einen Investor: Hatten die B\u00fcrgerwerkst\u00e4tten noch die Begr\u00fcnung des Platzes und die Einrichtung von \u00f6ffentlichen Dienstleistungen in den Mittelpunkt gestellt, so ver\u00e4nderte sich die Planung unter den Finanzinteressen der Investoren zu einem Projekt, das vorrangig der Ansiedlung von Gesch\u00e4ften auf der \u201egr\u00fcnen Mitte\u201d der City dient.<\/span><\/span><\/p>\n<h6>Kulturell gewonnen?<\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">SPD und Gr\u00fcne haben die Planung von Anfang an unterst\u00fctzt, um die VHS und die Stadtb\u00fccherei n\u00e4her zum Zentrum zu bringen. Jedoch:<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Nimmt mensch die Stadtkirche als Zentrum der Innenstadt, so wird die Stadtb\u00fccherei ca. 200m n\u00e4her und die VHS ca. 390m n\u00e4her ans Zentrum herangef\u00fchrt. Lohnt das die ca. 20 Millionen, die nach Abzug des Erl\u00f6ses durch den Verkauf des M\u00fchlenplatzes als Kosten f\u00fcr die Stadt verbleiben? CDU und FDP wollen dies vehement verhindern, nur l\u00e4uft ihre Alternative auf die fast vollst\u00e4ndige Privatisierung des \u00f6ffentlichen Raumes M\u00fchlenhof hinaus, der sich ausschlie\u00dflich zum Konsumtempel ver\u00e4ndern w\u00fcrde. W\u00e4re es nicht sinnvoller, nochmals \u00fcber andere \u00f6ffentliche Nutzungen nachzudenken?<\/span><\/span><\/p>\n<h6>Funktion verloren?<\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Der M\u00fchlenplatz ist nicht nur der gr\u00f6\u00dfte Innenstadtplatz, er ist auch Marktplatz und Kommunikationsraum f\u00fcr viele Menschen (wenn auch nicht immer die kaufkraftst\u00e4rksten). Die Frage, wo die Menschen, die den heutigen M\u00fchlenplatz nutzen, hin sollen, wurde bisher nicht beantwortet. Wo bleiben die vielen alten Menschen, die die Schachspiele nutzen oder dabei zuschauen? Wo bleiben die jungen Leute, die den Platz nutzen? Auf die Frage, was mit den Obdachlosen passieren soll, antwortete Herr Geier, der Vertreter des Investors&#8216; auf einer Veranstaltung der Gr\u00fcnen ironisch, man k\u00f6nne ja einen \u201ePennergarten\u201d aufmachen &#8211; ein Spruch, der tief blicken l\u00e4\u00dft. Die extreme Verkleinerung des Platzes auf 1.500-2.000 qm wird den Bed\u00fcrfnissen an diesen Platz nicht gerecht. Da der heutige Markt 3.000 qm Fl\u00e4che auf dem M\u00fchlenhof einnimmt, wird schon diskutiert, den Markt auf Kosten der nichtst\u00e4ndigen, saisonalen H\u00e4ndlerInnen zu verkleinern. Dies sind &#8211; welch Zufall &#8211; zum gr\u00f6\u00dften Teil Ausl\u00e4nderinnen. Der Investor h\u00e4tte \u00fcbrigens gerne auch auf dem Markt ein gehobenes Angebotsniveau statt der \u201eBilligangebote\u201d. Ist schon mal \u00fcberlegt worden, da\u00df viele SolingerInnen auf ein derartiges Angebot angewiesen sind? Braucht mensch nicht auch einen gr\u00f6\u00dferen Platz f\u00fcr Veranstaltungen, Feste, Kundgebungen, Z\u00f6ppkesmarkt in der Innenstadt? In der Juli-Ratssitzung beantragte die CDU die Vergr\u00f6\u00dferung des Platzes auf 2500 qm &#8211; ein Hoffnungsschimmer? Der verbleibende Platz soll voraussichtlich in den Besitz des Investors kommen. Die Stadt will ihn \u00f6ffentlich widmen und so die \u00f6ffentliche Nutzung festschreiben. Es bleibt jedoch die gro\u00dfe Gefahr, da\u00df langfristig nicht zu verhindern ist, da\u00df die Gestaltung und die Bedingungen der Nutzung doch durch den Investor bestimmt werden &#8211; dies w\u00e4re dann die vollst\u00e4ndige Privatisierung des heutigen M\u00fchlenplatzes; Es ist wichtig, da\u00df die Platzfolge Alter Markt &#8211; Frohnhof &#8211; M\u00fchlenplatz dauerhaft als st\u00e4dtisches Eigentum gesichert bleibt!<\/span><\/span><\/p>\n<h6>\u00d6konomisch sinnvoll?<\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Wird die Innenstadt durch zus\u00e4tzliche 14.000 qm Gesch\u00e4ftsfl\u00e4che wirklich reicher? Nach einer Untersuchung des Citymanagers w\u00fcrde das 1 5,8% der derzeitigen Einzelhandelsfl\u00e4che (Dienstleistungen und Gastronomie im neuen Projekt schon abgerechnet) im Stadtkern entsprechen &#8211; ist es wirklich glaubhaft, da\u00df eine derartige Ausweitung vollst\u00e4ndig durch Kundlnnenzuw\u00e4chse ausgeglichen wird? Ist ein Verdr\u00e4ngungswettbewerb nicht wahrscheinlicher? Die Stadt will dem mit einer Festlegung auf ein \u201egehobenes Angebotsniveau\u201d im neuen Einkaufscenter entgegenwirken.\u00a0 Abgesehen davon, da\u00df es fraglich ist, ob eine solche Festlegung sich auf Dauer durchhalten l\u00e4\u00dft, entsteht dadurch ein neues Problem: unter Hinweis auf die geplante Bebauung des M\u00fchlenplatzes wurde vom Wirtschaftsausschu\u00df ein Projekt beschlossen, das u.a. zum Ziel hat, da\u00df \u201est\u00e4dtebauliche\u00a0 Fehlentwicklungen\u00a0 durch r\u00e4umliche Konzentration von Ausl\u00e4ndergesch\u00e4ften mit niedrigem Niveau vermieden werden sollen\u201d. Gemeint sind hiermit insbesondere die ausl\u00e4ndischen Gesch\u00e4fte an der Konrad-Adenauer-Stra\u00dfe, die ja direkt vor dem neuen \u201egehobenen\u201d Projekt liegen.<\/span><\/span><\/p>\n<h6>Verkehrspolitisch durchdacht?<\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Die \u00fcberdimensionierte Planung von 550 Stellpl\u00e4tzen in zwei Tiefgaragengeschossen unter dem M\u00fchlenhof sollte ver\u00e4ndert werden. Die weitere F\u00f6rderung des PKW-Verkehrs in der Innenstadt w\u00e4re die logische Folge. Der Vorschlag des Dortmunder Innenstadtgutachtens auf dem M\u00fchlenplatz einen gesicherten Fahrradstand mit Servicestation zu errichten, wurde bei der jetzigen Planung nat\u00fcrlich vergessen. Die Attraktivierung der Bus- und Fahrradanbindung sollte eigentlich auch ein Thema der Planungen zum M\u00fchlenplatz sein. Die wenigen B\u00e4ume auf dem M\u00fchlenplatz werden f\u00fcr die Bebauung komplett abgeholzt. Auf dem kleinen neuen Platz wird nur ein Teil davon ersetzt werden. Damit geht ein St\u00fcck Lebensqualit\u00e4t verloren. Es ist notwendig, vor einem Verkauf ein detailliertes Konzept zur Begr\u00fcnung der Innenstadtstra\u00dfen und -h\u00f6fe nicht nur zu entwickeln, sondern auch deren Realisierung zu sichern. Eine Umgestaltung und bauliche Abrundung des M\u00fchlenplatzes ist sinnvoll und notwendig, aber die negativen Auswirkungen sind zu hoch. Wenn man doch nur noch mal innehalten und nachdenken k\u00f6nnte&#8230;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Dietmar Gaida<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sich eine gute Idee zu etwas ganz anderem entwickelt Wie fing alles an? &#8211; Am 15.6.89 beschlo\u00df der Rat, ein strukturelles und st\u00e4dtebauliches Gesamtkonzept f\u00fcr die Innenstadt erstellen zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[5,10,12],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/176"}],"collection":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=176"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/176\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":221,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/176\/revisions\/221"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}