{"id":173,"date":"2016-06-18T11:58:10","date_gmt":"2016-06-18T11:58:10","guid":{"rendered":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=173"},"modified":"2016-06-18T14:25:56","modified_gmt":"2016-06-18T14:25:56","slug":"ohligser-heidebad-wird-geschlossen-renaturierung-der-ohligser-heide-kann-beendet-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=173","title":{"rendered":"Ohligser Heidebad wird geschlossen \u2013 Renaturierung der Ohligser Heide kann beendet werden"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\"><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Auf seiner letzten Sitzung am 12. Oktober beschlo\u00df der Solinger Rat mit den Stimmen von gr\u00fcn-rot die endg\u00fcltige Schlie\u00dfung des Heidebades zum Ende diesen Jahres. Die Abri\u00dfkosten von 200.000 DM sollen zu 80% vom Land \u00fcbernommen werden. Allerdings mu\u00df noch das B\u00fcrgerbegehren einer B\u00fcrgerinitiative abgewartet werden. Diese hat nun sechs Wochen Zeit, um 12.000 Unterschriften zu sammeln. Schafft sie dies, mu\u00df das Thema Heidebad noch einmal im Rat diskutiert und gegebenenfalls ein B\u00fcrgerentscheid durchgef\u00fchrt werden.<\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<h6><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\"><i><b>CDU als soziale Ritter?<\/b><\/i><\/span><\/span><\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">In der vierst\u00fcndigen hitzigen und oft auch sehr unsachlichen Debatte prallten noch einmal die gegens\u00e4tzlichen\u00a0 Standpunkte\u00a0 aufeinander. W\u00e4hrend die \u00f6kologischen Gr\u00fcnde der Schlie\u00dfung von Gr\u00fcnen und SPD sehr sachlich vorgetragen wurden, versuchte die CDU allen Ernstes, sich durch die Verteidigung des Heidebades zum\u00a0 Interessenvertreter der sozial Schwachen aufzuschwingen. Es w\u00e4re lobenswert, wenn das soziale Engagement auch so intensiv w\u00e4re, wenn es um die Schaffung von Kinderg\u00e4rten und anderen kulturellen Eirichtungen geht. Doch hier zeichnen sich die Parteien eher durch eine Zubetonierungswut aus, die besonders den Kindern und Jugendlichen immer weiter ihre Lebensr\u00e4ume und Spielm\u00f6glichkeiten im Stadtgebiet beschneidet. Andere Einrichtungen, wie das Hallenbad Birker Stra\u00dfe, das vorwiegend von \u00e4lteren Leuten und Kindern genutzt wird, sollten nach dem Willen der CDU lieber heute als morgen geschlossen werden. Dabei weist das Bad h\u00f6here Besucherlnnenzahlen als das Heidebad auf und ist obendrein das ganze Jahr \u00fcber nutzbar.<\/span><\/span><\/p>\n<h6><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\"><i><b>Ohligser Heide einmalig in Solingen und Umgebung<\/b><\/i><\/span><\/span><\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Unbestritten von allen Parteien ist die Tatsache, da\u00df Solingen nur drei Freib\u00e4der ben\u00f6tigt:<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">das Schellbergtal, das Ittertal und ein Bad im Raum Ohligs. Doch dieses Ohligser Bad kann nun einmal nicht mitten im einzigen nennenswerten Naturschutzgebiet Solingens liegen, sondern sollte vielmehr an anderer Stelle eingerichtet werden. Da\u00df das Heidebad aus der Ohligser Heide entfernt werden mu\u00df, ist zudem aus \u00f6kologischer Sicht unbestritten. Das Naturschutzgebiet ist mit 1 37ha die einzig erw\u00e4hnenswerte Fl\u00e4che in Solingen &lt;1,9% des Stadtgebietes), wo der Natur Vorrang vor dem Menschen einger\u00e4umt wird. Sie unterscheidet sich durch ihre Artenvielfalt von dem restlichen Einheitsbrei von Natur, der haupts\u00e4chlich als Wirtschafts- und Erholungsfl\u00e4che f\u00fcr den Menschen genutzt wird. Obwohl seit dem Beginn der Renaturierungsarbeiten 1979 schon sehr viel erreicht worden ist, bleibt als St\u00f6rfaktor weiterhin das Heidebad bestehen. Die notwendige Trockenhaltung der Liegewiesen, wodurch das Grundwasser \u00f6stlich des Heidebades nur bis auf 50% seines nat\u00fcrlichen Pegelstandes angehoben werden kann, die Fl\u00e4chenbeanspruchung durch das Bad, und die daraus resultierende Trennwirkung zwischen dem westlichen und dem \u00f6stlichen Teil der Heide lassen der Natur nicht genug Enffaltungsm\u00f6glichkeiten. Bis jetzt sind schon 40 Pflanzenar-ten f\u00fcr immer verschwunden, 70 sind vom Aussterben bedroht. Nun soll nach 15 Jahren Wartezeit mit der Herausnahme des Heidebades einer der letzten und wichtigsten Schritte zur vollst\u00e4ndigen Wiederherstellung des nat\u00fcrlichen Zustandes der Ohligser Heide vollzogen werden.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">In Zeiten, wo sich sehr viele Menschen f\u00fcr den Erhalt tropischer Regenw\u00e4lder einsetzen und Greenpeace in seinen Aktionen unterst\u00fctzen, ist es schon verwunderlich, da\u00df f\u00fcr die bedrohte Natur vor der eigenen Haust\u00fcr so wenig Verst\u00e4ndnis aufgebracht wird.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Als weiterer Schritt zur Entlastung der Ohligser Heide gilt die Schlie\u00dfung der Langhansstra\u00dfe f\u00fcr den Durchgangsverkehr und somit auch der Schlie\u00dfung der heimlichen Autobahnauffahrt an der Rastst\u00e4tte. Die Zufahrt zum Engelsberger Hof und auch der Zugang zur Ohligser Heide bleiben nicht nur erhalten, er wird sogar ausdr\u00fccklich gew\u00fcnscht. Das immer wieder vorgebrachte Argument, da\u00df ein Zaun um die Ohligser Heide gezogen werden soll, um dem Menschen den Zutritt zu verw\u00e4hren, ist vollkommen aus der Luft gegriffen. In der Ohligser Heide soll die Natur f\u00fcr den Menschen erhalten und nicht vor ihm verschlossen werden.<\/span><\/span><\/p>\n<h6><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\"><i><b>Versagen der Politik<\/b><\/i><\/span><\/span><\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Das Tr\u00e4nkebad ist also im n\u00e4chsten Jahr das einzige Freibad in Ohligs. Doch dieser Fakt ist keinesfalls das Ergebnis \u00fcberst\u00fcrzter Forderungen von Natursch\u00fctzerlnnen, sondern resultiert vielmehr aus der Handlungsweise ausschlie\u00dflich von Wahl zu Wahl denkender Pohtikerlnnen. Die Tatsache, da\u00df das Heidebad geschlossen werden mu\u00df, ist seit Anfang der 80er Jahre bekannt. Jedes Jahr wurden vom Land NRW Mittel f\u00fcr die Schlie\u00dfung bereitgestellt und gleichzeitig darauf hingewiesen, da\u00df f\u00fcr notwendige Renovierungsarbeiten keine F\u00f6rdermittel f\u00fcr das in einem Naturschutzgebiet liegende Bad genehmigt werden. Das Bad hatte also schon fr\u00fchzeitig neben der umweltpolitischen auch keine wirtschaftliche Zukunft mehr. Doch anstatt durch ein langfristiges Konzept zum Ausbau und Erhalt eines der B\u00e4der Tr\u00e4nke\/Aufderh\u00f6he ein Freibad in Ohligs zu erhalten, zog es vor allem die CDU vor, mit dem Heidebad bei jeder Wahl in Ohligs auf Stimmenfang zu gehen. F\u00fcr die so erzielten Stimmengewinne nahm die \u201echristliche\u201d Partei bewu\u00dft den jetzigen von ihr so heftig kritisierten B\u00e4dermangel in Kauf.<\/span><\/span><\/p>\n<h6><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\"><i><b>Aufderh\u00f6he als L\u00f6sung<\/b><\/i><\/span><\/span><\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Was bleibt also als Alternative f\u00fcr die Zukunft? Das Tr\u00e4nkebad rettet sich nur mit Zusch\u00fcssen von Jahr zu Jahr, und die 4-5 Mio. Investitionskosten f\u00fcr Aufderh\u00f6he scheinen derzeit nicht finanzierbar. H\u00e4tte man sich schon fr\u00fchzeitig f\u00fcr ein Bad entschieden und nicht jahrelang alle 3 B\u00e4der in Ohligs halbherzig subventioniert &#8211; das Heidebad erhielt durchschnittlich 250.000 DM an Zusch\u00fcssen im Jahr &#8211; s\u00e4he die finanzielle Situation wahrscheinlich anders aus. So bleibt einzig die Hoffnung, da\u00df noch einmal ein Investitionsanlauf f\u00fcr Aufderh\u00f6he, mit Unterst\u00fctzung von Landesmitteln und vom TSV, unternommen werden kann.<\/span><\/span><\/p>\n<h6><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\"><i><b>Auch Gr\u00fcne geben auf<\/b><\/i><\/span><\/span><\/h6>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">In Aufderh\u00f6he w\u00e4re durch die Nutzung von Sauna und Jugendr\u00e4umen sogar die M\u00f6glichkeit gegeben, das Bad das ganze Jahr \u00fcber zu nutzen, w\u00e4hrend das Heidebad gerade mal zwei Monate im Jahr genutzt wird und den Rest der Zeit nutzlos in der Gegend rumsteht. Die Besucherlnnenzahlen in Aufderh\u00f6he lagen \u00fcb-rigens vor seiner Schlie\u00dfung \u00fcber denen des Heidebades. Die sogenannten \u201eRekordbesuche\u201d dieses Jahr in Ohligs relativieren sich von selbst, da man ja auch den Teil der BesucherInnen abrechnen mu\u00df, die fr\u00fcher in Aufderh\u00f6he schwimmen gingen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Als letzte scheinen sich nun auch B\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen dem Schicksal ergeben zu haben. Die einzige sich in den letzten Jahren f\u00fcr das Aufderh\u00f6her Bad einsetzende Partei in Solingen verabschiedete mit der SPD den Haushalt 1995, wo keine Mittel mehr f\u00fcr den Erhalt des Bades aufgef\u00fchrt sind. Sehr tr\u00fcbe Aussichten also!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana,Arial,Helvetica;\"><span style=\"font-size: small;\">Ernie<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf seiner letzten Sitzung am 12. 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