{"id":1126,"date":"2017-06-19T14:09:36","date_gmt":"2017-06-19T14:09:36","guid":{"rendered":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=1126"},"modified":"2017-06-19T16:13:27","modified_gmt":"2017-06-19T16:13:27","slug":"die-connection-ljubljana-solingen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/?p=1126","title":{"rendered":"Die Connection Ljubljana &#8211; Solingen"},"content":{"rendered":"<h2>Zwei Solinger, beide wohnhaft in Ljubljana, haben im letzten Jahr kulturell national und international f\u00fcr Furore gesorgt und bemerkenswerte Dinge in Bewegung gesetzt, die es verdient haben auch in Solingen zur Kenntnis genommen zu werden.<!--more--><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ulay &#8211; Werkschau in der Frankfurter Kunsthalle Schirn<\/strong><\/p>\n<p>Im Herbst des letzten Jahres tauchte die Frage auf, ob den 1943 in Solingen geborenen K\u00fcnstler Ulay in seiner Heimatstadt jemand kenne. Ulay, eine typische im Bergischen Land gebr\u00e4uchliche Abk\u00fcrzung, steht f\u00fcr Frank Uwe Laysiepen &#8211; zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben des Vor-und Nachnamens.<br \/>\nUlay hatte im Herbst 2016 eine gro\u00dfe Werkschau in der Frankfurter Kunsthalle Schirn. Er war der ehemalige Partner der Performancek\u00fcnstlerin Marina Abramovi\u0107, deren Beziehung 1988 damit endete, dass jeder der beiden von einem anderen Ende der Chinesischen Mauer aus 2.500 km weit lief: das Zusammentreffen in der Mitte war das Ende ihrer Beziehung.<br \/>\nEr ist dadurch bekannt geworden, dass er das Lieblingsbild des F\u00fchrers, das Spitzweg-Gem\u00e4lde \u201eder arme Poet\u201c 1974 aus der Nationalgalerie in Berlin in einer Performance-Aktion entfernt hat und in Kreuzberg bei einer t\u00fcrkischen Familie im Wohnzimmer aufgeh\u00e4ngt hat:<br \/>\n\u201eAls ich bei einem Berlin-Besuch das Spitzweg-Gem\u00e4lde in der Neuen Nationalgalerie sah, hat mich das wahnsinnig aufgeregt. Es gilt schlie\u00dflich als eines der Lieblingsbilder von Hitler. Was hatte es hier in einem Museum f\u00fcr moderne Kunst zu suchen?\u201c<br \/>\nSeine Performances zeichnen sich durch Radikalit\u00e4t aus. So band er sich mal tagelang an den Haaren fest, n\u00e4hte sich ein anderes Mal den Mund zu, oder lie\u00df sich Haut chirurgisch entfernen. Er und Marina Abramovi\u0107 gelten als DIE Pioniere der Performance-Kunst.<br \/>\nF\u00fcr mich war der Name Ulay bis vor kurzem kein Begriff, und ich bin ihm hier in Solingen nie begegnet. Die Berichte in den Medien \u00fcber sein Zusammentreffen mit Marina Abramovi\u0107 hatte ich zwar zur Kenntnis genommen hatte \u2013 nur, dass Ulay geb\u00fcrtiger Solingen ist, war mir bis vor kurzem nicht klar. Durch die Radikalit\u00e4t seiner Arbeit war er mir aber stets sympathisch.<br \/>\nIch kontaktierte den in Ljubljana lebenden Musiker und Filmemacher Peter Braatz mit der Frage, ob er den Perfomance-K\u00fcnstler Ulay kennt. Er wusste, dass Ulay in Ljubljana lebt und aus Solingen kommt, kannte ihn aber nicht pers\u00f6nlich: \u201eIch habe aber seine Telefonnummer an meiner Pinnwand h\u00e4ngen.\u201c \u00e4u\u00dfert sich Peter Braatz, \u201eMein Freund hat einen Film mit ihm gedreht und mir die Nummer gegeben.\u201c<br \/>\nPeter Braatz stand zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Ver\u00f6ffentlichung seines Filmes Blue Velvet Revisited.<\/p>\n<div id=\"attachment_1114\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1114\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-1114\" src=\"http:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/067_06_lynch-1024x672.jpg\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"383\" srcset=\"http:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/067_06_lynch-1024x672.jpg 1024w, http:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/067_06_lynch-300x197.jpg 300w, http:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/067_06_lynch-768x504.jpg 768w, http:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/067_06_lynch-457x300.jpg 457w, http:\/\/tacheles-solingen.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/067_06_lynch.jpg 1765w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><p id=\"caption-attachment-1114\" class=\"wp-caption-text\">David Lynch on the set of Blue Velvet 1985 Foto: Peter Braatz<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Peter Braatz &#8211; Blue Velvet Revisited \u2013 ein Stummfilm<\/strong><\/p>\n<p>Als David Lynch 1985 in Wilmington, North Carolina, seinen Film \u201eBlue Velvet\u201c drehte, war Peter Braatz, zu diesem Zeitpunkt Filmstudent und Musiker (man kennt ihn auch als Harry Rag von der Punk-Band S.Y.P.H.), von David Lynch eingeladen, um den Dreharbeiten vor Ort bei zu wohnen. Er dokumentierte den Entstehungsprozess des Filmes auf Super-8-Film und schoss zus\u00e4tzlich mehr als 1.000 Fotos. Zudem interviewte er die Hauptdarsteller Isabella Rossellini, Dennis Hopper, Kyle MacLachlan und Laura Dern sowie den damals noch nicht wirklich ber\u00fchmten Regisseur. Niemand konnte ahnen, welche cineastische Bedeutung dieser Film einmal bekommen w\u00fcrde. David Lynch war aber von vorn hinein klar, dass hier etwas Besonderes entstehen w\u00fcrde, wie der Regisseur sich in einem Interview dazu \u00e4u\u00dferte.<br \/>\nIm Jahre 2014 entschloss sich Peter Braatz, das von ihm 1985 gedrehte Material nochmal neu zu sichten. Er schrieb ein Script und schnitt einen Trailer, um dies bei der Filmf\u00f6rderung einzureichen. Dazu unterlegte er die Bilder mit einem St\u00fcck der Londoner Band \u201eCult With No Name\u201c. Da Peter Braatz erkannte, dass die Musik zur Atmosph\u00e4re der Bilder \u00e4u\u00dferst passend ist, fragte er Eric Stein von \u201eCult With No Name\u201c, ob sie nicht den kompletten Soundtrack zum Film produzieren wollten. Da bei diesem St\u00fcck auch die amerikanische Band \u201eTuxedomoon\u201c mitgemischt hatte, wurde der Soundtrack zum Film dann im Jahr 2015 zusammen mit \u201eTuxedomoon\u201c neu produziert, zu dem auch Ex-Ultravox-Frontmann John Foxx, seine Stimme zu dem Song \u201eLincoln Street\u201c beigesteuert hat.<br \/>\nDie CD erschien bereits vor der Film auf dem belgischen Label CRAMMED DISCS und erhielt weltweite Aufmerksamkeit und Rezensionen.<br \/>\nZu diesem bereits bestehenden Soundtrack schnitt nun Peter Braatz die Bilder. Der Schnitt orientiert sich am Rhythmus der Musik. Diese vermeidet Ankl\u00e4nge am Originalscore von Angelo Badalamenti und pendelt zwischen wundersch\u00f6nem Elektro-Pop und verst\u00f6render Dissonanz. Die CD und der Film wurden weltweit z.B. im Hollywood-Reporter, Vogue, Stern und Focus besprochen.<br \/>\nDer Film hatte am 7. Oktober 2016 in London auf dem 60th BFI \u2013 Festival Premiere und wurde anschlie\u00dfend auf verschiedenen Dokumentarfilm-Festivals (Chicago, Paris, Linz, Shangai, Belfast, San Francisco u. v. a. aufgef\u00fchrt). Er lief ebenso auf David Lynch&#8217;s \u201eFestival of Disruption\u201c, das der Regisseur anl\u00e4sslich des 30 J\u00e4hrigen Blue Velvet Jubil\u00e4um im Ace Hotel in Los Angeles veranstaltete.<br \/>\nBlue Velvet Revisited ist ein Film \u00fcber den Entstehungsprozess eines Filmes, ist ein Stummfilm mit Musik, komponiert Filmsequenzen, einige wenige Tonaufnahmen, Fotografien, Gem\u00e4lde, Objekte und Relikte zu einem neuen, Dokumentarfilm \u2013 eine Geschichte, die keiner Erz\u00e4hlung bedarf \u2013 eine Neuinterpretation als Reise und Meditation in Bilder.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Rolf Michael<\/em><\/p>\n<p>Weitere spannende Informationen zu den K\u00fcnstlern unter:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ulay\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ulay<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/belafilm.si\/en\/seznam-filmi\/blue-velvet-revisited\/\">http:\/\/belafilm.si\/en\/seznam-filmi\/blue-velvet-revisited\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Solinger, beide wohnhaft in Ljubljana, haben im letzten Jahr kulturell national und international f\u00fcr Furore gesorgt und bemerkenswerte Dinge in Bewegung gesetzt, die es verdient haben auch in Solingen zur Kenntnis genommen zu werden.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[314],"tags":[35,318,317],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1126"}],"collection":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1126"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1126\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1128,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1126\/revisions\/1128"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1126"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1126"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/tacheles-solingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1126"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}